Der Einfluss von Dyslipidämie auf Hämatopoese des Schädels
The impact of dyslipidemia on hematopoiesis in the skull
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
- Dyslipidemia,,
- Skull Bone Marrow,
- Hematopoiesis,
- Atherosclerosis,
- Cardiovascular Disease,
- Central Nervous System
Dyslipidämie ist der Hauptfaktor für die Entstehung von Arteriosklerose, die wiederum Herzinfarkten und vielen Schlaganfällen den weltweit häufigsten Todesursachen zugrunde liegt. Ein charakteristisches Merkmal der Arteriosklerose ist die starke Ansammlung von entzündlichen weißen Blutkörperchen in der Arterienwand. Die Produktion dieser Immunzellen erfolgt in spezialisierten Nischen des Knochenmarks durch einen Prozess namens Hämatopoese. Eine erhöhte Hämatopoese in langen Knochen, wie beispielsweise Femur und Tibia, ist bei Arteriosklerose umfassend dokumentiert und trägt zum Fortschreiten der Erkrankung bei. Es ist jedoch noch unklar, ob verschiedene Knochenkompartimente an unterschiedlichen anatomischen Stellen unterschiedlich auf Dyslipidämie reagieren. In diesem Projekt werden wir untersuchen, ob und wie Hypercholesterinämie die lokale Hämatopoese im zentralen Nervensystem (ZNS), insbesondere im Knochenmark des Schädels, beeinflusst. Es wird immer deutlicher, dass das Immunsystem als Wächter des ZNS fungiert und die Gehirnfunktion unterstützt. Das Schädelknochenmark hat sich als wichtiges Reservoir für Immunzellen herausgestellt, weshalb die im Schädel ausgelösten Immunreaktionen eine entscheidende Rolle beim Schutz des ZNS vor Infektionen oder sterilen Entzündungen spielen. Darüber hinaus dehnt sich das Schädelknochenmark sowohl bei Mäusen als auch beim Menschen im Laufe des Lebens allmählich aus und widersteht dabei verschiedenen Alterungsprozessen. Dies wirft relevante Überlegungen zur Rolle des Schädelknochenmarks bei der Versorgung des peripheren weißen Blutkörperchens auf. Bislang wurden jedoch keine negativen Regulatoren der Hämatopoese im Schädelknochenmark identifiziert. Vorläufige Beobachtungen in diesem Projekt zeigen erstmals, dass eine cholesterinreiche Ernährung bei atheroskleroseanfälligen Mäusen zu einer veränderten hämatopoetischen Aktivität des Schädelknochenmarks führt, was eine weitreichende Bedeutung für verschiedene Erkrankungen des ZNS (Schlaganfall und Alzheimer-Krankheit) sowie für die periphere Atherosklerose haben könnte. Diese Forschung ist eine bedeutende Zusammenarbeit eines Teams von weltweit renommierten Wissenschaftlern und Ärzten. Wir wenden modernste Techniken und Methoden an, um die biologischen Mechanismen zu identifizieren, durch die Hypercholesterinämie das Schädelknochenmark beeinflusst, und studieren deren Langzeitfolgen. Darüber hinaus ist es unser Ziel, die Ergebnisse dieses Projekts direkt auf den Menschen zu übertragen und den Zusammenhang zwischen Dyslipidämie und der Expansion des Schädelknochenmarks beim Menschen zu untersuchen. Wir erwarten, neue Kandidatenmoleküle als potenzielle therapeutische Ziele zur Wiederherstellung einer adäquaten Blutbildung im Schädel zu identifizieren. Schließlich werden wir unsere Daten nutzen, um die Gesundheitspolitik zu informieren und uns für eine ausgewogene Ernährung als wesentlichen Bestandteil eines gesunden Lebensstils einzusetzen.