Charakterisierung von nicht-diagnostizierten LGMD Patienten
Characterization of undiagnosed Austrian LGMD patients
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)
Keywords
- Muscle,
- Neuromuscular disorders,
- Muscular dystrophy,
- Limb-girdle muscular dystrophy
Gliedergürteldystrophien (Limb Girdle Muscular Dystrophies, kurz LGMD) sind eine Gruppe seltener Muskelerkrankungen, die zu einer fortschreitenden Schwäche der Muskulatur im Bereich der Schultern und des Beckens führen. Diese Erkrankungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich und stellen eine große Belastung im Alltag dar. Trotz moderner genetischer Untersuchungsmethoden erhalten viele LGMD-Patient*innen keine eindeutige Diagnose, was eine gezielte Behandlung und Beratung erschwert. In einer aktuellen Studie mit österreichischen LGMD-Patient*innen wurden bei mehreren Personen genetische Veränderungen festgestellt, sogenannte Varianten unklarer Bedeutung (engl. Variants of Uncertain Significance). Dabei handelt es sich um Genveränderungen, deren Einfluss auf die Gesundheit noch nicht eindeutig geklärt ist. Da diese Veränderungen jedoch Proteine betreffen, die für die Funktion von Muskel- und Nervenzellen wichtig sind, sehen wir in ihnen vielversprechende Kandidaten für eine weiterführende wissenschaftliche Untersuchung. Ziel unseres Projekts ist es, zu verstehen, wie sich diese unklaren genetischen Veränderungen auf Muskelzellen auswirken und ob sie zur Entstehung der Erkrankung beitragen. Dafür nutzen wir verschiedene wissenschaftliche Methoden: Laborexperimente, die Analyse von Muskelproben betroffener Patient*innen sowie innovative Zell- und Tiermodelle, zum Beispiel mit menschlichen Stammzellen und Mäusen. Wir möchten herausfinden, ob diese genetischen Varianten tatsächlich schädlich sind, wie sie auf zellulärer Ebene wirken und ob sich ihre Auswirkungen möglicherweise korrigieren lassen. Unsere Forschung zielt darauf ab, klarere Diagnosen für betroffene Patient*innen zu ermöglichen und gleichzeitig das grundlegende Verständnis von LGMD zu erweitern. Langfristig hoffen wir, so zu einer besseren Versorgung, präziserer Diagnostik und neuen Therapieansätzen beizutragen nicht nur für LGMD, sondern auch für andere seltene Muskelerkrankungen.
- Hakan Cetin, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Ruth Herbst, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Martin Krenn, nationale:r Kooperationspartner:in
- Dirk Grimm, Universitätsklinikum Heidelberg - Deutschland
- W. W. M. Pim Pijnappel - Niederlande