Multiperspektivische Studie zu den Deutschförderklassen II
Multiperspective Study of German language support classes II
Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (100%)
Keywords
- Language Support,
- Multilingual Students,
- Inclusive Education
Seit 2018 werden Schüler:innen, die bei Schuleintritt nicht über die als notwendig definierten Deutschkenntnisse verfügen, in Österreich durch spezifische Sprachfördermaßnahmen unterrichtet derzeit vor allem in Form segregativer Deutschförderklassen. Diese Praxis wurde ohne wissenschaftliche Begleitung eingeführt und wird seither kritisch diskutiert, insbesondere mit Blick auf die sprachliche Entwicklung, die pädagogische Wirksamkeit, die soziale Teilhabe und die Inklusion in den Schulalltag. Die Studie MULTI-PERS II knüpft an die Vorgängerstudie MULTI-PERS I (https://dfk- studie.univie.ac.at/) an, die gezeigt hat, dass die gesetzlich vorgesehenen Fördermaßnahmen an Schulen höchst uneinheitlich umgesetzt werden und dass sich viele der angenommen negativen Effekte, wie beispielsweise Schullaufbahnverluste oder fehlende soziale Inklusion, in der Praxis tatsächlich zeigen. Aufbauend darauf untersucht MULTI-PERS II, wie sich unterschiedliche Deutschfördermaßnahmen langfristig auf die schulische, sprachliche und soziale Entwicklung von Kindern auswirken. Im Mittelpunkt stehen die Perspektiven verschiedener Stakeholder und die Frage, unter welchen Bedingungen Sprachförderung gelingen kann. Gefragt wird unter anderem: - Wie nehmen Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte das soziale Miteinander, das akademische Selbstkonzept, das schulische Wohlbefinden und die sprachliche Entwicklung wahr? - Welche Bildungs- und Zukunftsperspektiven eröffnen sich aus Sicht der Schüler:innen selbst und welche Wünsche formulieren Eltern und Lehrkräfte? - Wie bewerten Lehrpersonen, Schulleitungen und Stakeholder die bisherige Umsetzung der Fördermaßnahme und welche Ideen und Ansätze zur Weiterentwicklung von Sprachförderung ergeben sich daraus? - Wie verändern sich diese Wahrnehmungen und Erfahrungen im Zeitverlauf? Das Projekt bezieht zahlreiche bildungsrelevante Akteur:innen ein: Schüler:innen, Eltern bzw. Erziehungsberechtigte, Lehrkräfte, Schulleitungen sowie Stakeholder. Zum Einsatz kommt ein breites methodisches Spektrum darunter Interviews, Fragebögen und Workshops. Im Rahmen eines Mosaik-Ansatzes werden auch kreative Verfahren eingesetzt, um Schüler:innen vielfältige Ausdrucksformen für ihre Sichtweisen zu ermöglichen. Durch das längsschnittlich angelegte Design können auch Entwicklungen über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet werden. Ziel ist es, ein differenziertes Bild aktueller Sprachförderpraxis zu zeichnen und zur Entwicklung nachhaltiger, inklusiver Bildungsstrukturen beizutragen.
- Universität Wien - 100%
- Marie Gitschthaler, Hochschulstiftung der Erzdiözese Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Andrea Ender, Universität Salzburg , nationale:r Kooperationspartner:in
- Brigitta Busch, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Hannes Schweiger, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Michelle Proyer, Université du Luxembourg - Luxemburg