Personen als Nadelköpfe hellblauer Pins, die auf einer dunkelblauen Gitternetzstruktur verteilt sind
Besonders innovative Zukunftsfelder in der Grundlagenforschung ausbauen: Sechs weitere Emerging Fields werden an elf Standorten kooperative Forschungsprojekte mit hohem Innovationspotenzial starten. © Unsplash

Im Rahmen der Exzellenzinitiative excellent=austria zur StĂ€rkung der Spitzenforschung an UniversitĂ€ten und außeruniversitĂ€ren ForschungsstĂ€tten stehen weitere Förderentscheidungen fest. Das wissenschaftliche Kuratorium des FWF wĂ€hlte nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren mit Hearing sechs Emerging-Fields-Konsortien aus, die nun ĂŒber fĂŒnf Jahre hinweg mit insgesamt 35 Millionen Euro gefördert werden. Grundlage der Entscheidung waren die schriftlichen Gutachten sowie die Empfehlungen der internationalen Jury, die nach einem Hearing das Innovationspotenzial und die wissenschaftliche Exzellenz der Projekte auf Basis internationaler Peer-Reviews bewertete. Durch die sechs neuen Konsortien erhöht sich die Gesamtzahl der Emerging Fields auf elf.

Diese Online-Landkarte bietet eine Übersicht zu den Emerging Fields:

excellentaustria.fwf.ac.at

„Als Wissenschaftsministerin ist es mir ein zentrales Anliegen, dass Spitzenforschung immer auch neue DenkrĂ€ume eröffnet. Mit der Förderung von Emerging Fields wollen wir genau das erreichen: Wir wollen wissenschaftliche, hochinnovative Pionier:innenarbeit ermöglichen, die Disziplinengrenzen ĂŒberwindet. Die Forschungsprojekte bringen nicht nur neue Fragestellungen hervor, sondern dĂŒrfen auch ein besonderes Risiko nehmen. Besonders erfreulich ist, dass bei der HĂ€lfte der diesjĂ€hrigen Emerging-Fields-Konsortien Frauen als Koordinatorinnen die FĂŒhrung ĂŒbernehmen. Ein wichtiges Zeichen fĂŒr Gleichberechtigung von Frauen in der Forschung!“, so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin fĂŒr Frauen, Wissenschaft und Forschung.

„Die großen wissenschaftlichen DurchbrĂŒche beginnen oft mit einer Idee, die noch niemand zuvor verfolgt hat. Genau dafĂŒr schaffen wir mit den Emerging Fields den nötigen Freiraum. Exzellente Forschende können hier gemeinsam an mehreren Standorten mutige AnsĂ€tze verfolgen – von neuen Strategien im Kampf gegen Krebs ĂŒber Forschung gegen Plastikstaub in der Luft bis hin zur Selbstbestimmung in der Kunst. So schaffen wir die Voraussetzungen, damit besonders innovative Ideen realisiert werden können, die langfristig der Gesellschaft zugutekommen“, so FWF-PrĂ€sident Christof Gattringer.

Etablierung neuer Forschungsfelder an Österreichs ForschungsstĂ€tten

In den sechs neuen Emerging Fields arbeiten Forschende aus elf UniversitĂ€ten und außeruniversitĂ€ren ForschungsstĂ€tten zusammen. Ziel ist es, kooperative Projekte zu Forschungsfragen mit besonders hohem Innovationspotenzial umzusetzen, die in ihrem Feld einen Paradigmenwechsel auslösen können. Mit den Förderungen entstehen an den beteiligten Institutionen attraktive Rahmenbedingungen fĂŒr eine enge Zusammenarbeit und Forschende erhalten den nötigen Freiraum, um vielversprechende AnsĂ€tze sowie risikoreichere Ideen zu verfolgen. Die neuen Emerging Fields widmen sich den Bereichen Design und Kunst, Krebsforschung, Mathematik, Umweltforschung, Molekularbiologie und Verhaltensforschung.

An vier der neuen Emerging-Fields-Konsortien ist die UniversitĂ€t Wien beteiligt, die Technische UniversitĂ€t Wien an drei und die VeterinĂ€rmedizinische UniversitĂ€t Wien an zwei Konsortien. Jeweils eine Beteiligung ĂŒbernehmen die BOKU University, das IMBA – Institut fĂŒr Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das IMP – Forschungsinstitut fĂŒr Molekulare Pathologie, das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), die KunstuniversitĂ€t Linz, die Medizinische UniversitĂ€t Wien (Max Perutz Labs gemeinsam mit der UniversitĂ€t Wien), die St. Anna Kinderkrebsforschung sowie die UniversitĂ€t Innsbruck. In jedem Konsortium arbeiten Teams von bis zu 30 Wissenschaftler:innen ĂŒber einen Zeitraum von fĂŒnf Jahren zusammen, nach drei Jahren ist eine Zwischenbegutachtung vorgesehen.

Die neuen Emerging Fields im Überblick

TSxS – Diversabilities for Art and Design

„Wenn Personen mit unterschiedlichen LebensrealitĂ€ten Forschung zu Design und Kunst gemeinsam gestalten, können Fragen gestellt werden, die bisher nicht gestellt wurden“, so Florian Sametinger.

PĂ€diatrische Krebserkrankungen und ihr Ribosomencode

Das Projekt versetzt uns in die Lage, den Ribosomencode von bösartigen Tumoren im Kindesalter zu entschlĂŒsseln und diese Erkenntnisse in innovative TherapieansĂ€tze umzusetzen“, so GĂŒlsĂŒn Elif Karagöz.

Uncovering the Axioms of Mathematics

„Axiome sind die Grundregeln der Mathematik – und damit ihr wichtigster Bestandteil. In diesem Sinne sind Axiome die DNA der Mathematik, die wir noch besser verstehen wollen“ so Juan P. Aguilera.

Marine Micro/Nanoplastics: Emission, Fate and Health Impacts

„Wir erforschen ein neues VerstĂ€ndnis der Emission, des globalen Transports sowie der gesundheitlichen Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik“, so Markus Holzner.

Germline Illuminated by Cellular Structural Biology

„Die Keimbahn enthĂ€lt die wichtigsten Zellen unseres Körpers - mit GEMINI wollen wir Licht auf die faszinierende Biologie werfen, die sich in diesen einzigartigen Zellen verbirgt“, so Andrea Pauli.

Comparative Ecological Innovation Styles

„Innovation ist das Ergebnis der Interaktion von Körper, Umwelt und Erfahrung. Indem wir diese Prozesse vergleichend untersuchen, gewinnen wir ein neues VerstĂ€ndnis“, so Alice Auersperg.

Emerging Field „TSxS – Diversabilities for Art and Design“

Emerging Field „TSxS – Diversabilities for Art and Design“
Konsortiumsmitglieder und ForschungsstÀtten (v. l. n. r.) vor FWF-Logowand: Elke Bachlmair (KunstuniversitÀt Linz) Florian Sametinger (Koordinator, KunstuniversitÀt Linz) Martin Kaltenbrunner (KunstuniversitÀt Linz) Katta Spiel (Technische UniversitÀt Wien)
© FWF/Der Knopfdruecker

Menschen, die die Welt abseits von dominanten Normen wahrnehmen und fĂŒhlen oder sich in ihr kreativ bewegen, werden selten in Design und Kunst mitgedacht. Das Emerging Field TSxS fragt anders: Was können Design und Kunst wissen, wenn diverse FĂ€higkeiten als methodische Grundlage eingesetzt werden? Ein Forschungs-Hub und vier Labs an der KunstuniversitĂ€t Linz und der Technischen UniversitĂ€t Wien arbeiten in Teams, in denen sich vielfĂ€ltige FĂ€higkeiten zusammenfinden, gemeinsam daran, einen Paradigmenwechsel zu erreichen, bei dem DiversitĂ€t die Voraussetzung fĂŒr Forschung und Gestaltung darstellt.

„Wenn Personen mit unterschiedlichen LebensrealitĂ€ten Forschung zu Design und Kunst gemeinsam gestalten, können Fragen gestellt werden, die bisher nicht gestellt wurden – und Ausdrucksformen erkundet werden, denen bisher strukturell keine Beachtung geschenkt wurde“, so Florian Sametinger, Koordinator, ĂŒber die Ziele des Emerging Fields.

Konsortiumsmitglieder und ForschungsstÀtten

Elke Bachlmair (KunstuniversitÀt Linz)

Florian Sametinger (Koordinator, KunstuniversitÀt Linz)

Martin Kaltenbrunner (KunstuniversitÀt Linz)

Katta Spiel (Technische UniversitÀt Wien)

Karin Harrasser (KunstuniversitÀt Linz) (nicht im Bild)

Mario Zeppetzauer (KunstuniversitÀt Linz) (nicht im Bild)

FWF-Fördervolumen

6,2 Millionen Euro

Emerging Field „PĂ€diatrische Krebserkrankungen und ihr Ribosomencode“

Emerging Field „PĂ€diatrische Krebserkrankungen und ihr Ribosomencode“
Konsortiumsmitglieder und ForschungsstĂ€tten (v. l. n. r.) vor FWF-Logowand: Davide Seruggia (St. Anna Kinderkrebsforschung), Sebastian Falk (UniversitĂ€t Wien), Marco Hein (Max Perutz Labs, Medizinische UniversitĂ€t Wien), GĂŒlsĂŒn Elif Karagöz (Koordinatorin, Max Perutz Labs, Medizinische UniversitĂ€t Wien), Florian Grebien (VeterinĂ€rmedizinische UniversitĂ€t Wien), Eleni Marina Tomazou (St. Anna Kinderkrebsforschung)
© FWF/Der Knopfdruecker

Trotz bedeutender Fortschritte in der Krebsbehandlung stehen viele krebskranke Kinder weiterhin vor begrenzten Therapieoptionen, Therapieresistenz oder leiden an schweren Nebenwirkungen. Neue AnsĂ€tze sind dringend erforderlich. Das Emerging Field erforscht eine bisher vernachlĂ€ssigte Ebene der Genregulation: die Steuerung der Proteinproduktion aus RNA in Zellen. Dieser Prozess wird von molekularen Maschinen durchgefĂŒhrt, die man Ribosomen nennt. Lange Zeit galten Ribosomen als einfache Fabriken, heute sind sie jedoch als wichtige Regulatoren der Proteinsynthese bekannt, die das Zellverhalten im gesunden wie im kranken Zustand prĂ€gen. Durch die Untersuchung der Ribosomenfunktion bei pĂ€diatrischen Krebserkrankungen versucht das Forschungsteam einen verborgenen „Ribosomencode“ zu entschlĂŒsseln, den Krebszellen fĂŒr ihr Wachstum und die Entstehung von Therapieresistenzen nutzen. Die EntschlĂŒsselung dieses Systems könnte unser VerstĂ€ndnis der Proteinproduktion grundlegend verĂ€ndern und neue Wege zu sichereren und wirksameren Therapien fĂŒr krebskranke Kinder eröffnen.

„Motiviert durch die sich abzeichnende Rolle von Ribosomen als bislang wenig erforschte Ebene der Genregulation bei Krebserkrankungen im Kindesalter, vereint unser vielfĂ€ltiges Team Fachwissen aus den Bereichen mechanistische Biologie und pĂ€diatrische Krebsforschung. Diese leistungsstarke Kombination versetzt uns in die einzigartige Lage, den Ribosomencode von bösartigen Tumoren im Kindesalter zu entschlĂŒsseln und diese Erkenntnisse in innovative TherapieansĂ€tze umzusetzen“, so GĂŒlsĂŒn Elif Karagöz, Koordinatorin des Emerging Fields.

Konsortiumsmitglieder und ForschungsstÀtten

Davide Seruggia (St. Anna Kinderkrebsforschung)

Sebastian Falk (Max Perutz Labs, UniversitÀt Wien)

Marco Hein (Max Perutz Labs, Medizinische UniversitÀt Wien)

GĂŒlsĂŒn Elif Karagöz (Koordinatorin, Max Perutz Labs, Medizinische UniversitĂ€t Wien)

Florian Grebien (VeterinÀrmedizinische UniversitÀt Wien)

Eleni Marina Tomazou (St. Anna Kinderkrebsforschung)

FWF-Fördervolumen

6 Millionen Euro

Emerging Field „Uncovering the Axioms of Mathematics“

Emerging Field „Uncovering the Axioms of Mathematics“
Konsortiumsmitglieder und ForschungsstĂ€tten (v. l. n. r.) vor FWF-Logowand: Laura Kovacs (Technische UniversitĂ€t Wien), Michael Pinsker (Technische UniversitĂ€t Wien), Juan P. Aguilera (Koordinator, Technische UniversitĂ€t Wien), Sandra MĂŒller (Technische UniversitĂ€t Wien), Vera Fischer (UniversitĂ€t Wien), Georg Schiemer (UniversitĂ€t Wien)
© FWF/Der Knopfdruecker

„Uncovering the Axioms of Mathematics“ ist ein interdisziplinĂ€res Forschungsprojekt, das Mathematik, Informatik und Philosophie vereint, um eine der grundlegendsten Fragen der Wissenschaft zu beantworten: Wie sollten die Regeln der Mathematik lauten? Bereits vor 100 Jahren ging der Wiener Kreis – eine Gruppe fĂŒhrender Intellektueller aus Philosophie und Naturwissenschaften – dieser Frage nach. Ihre Arbeit gipfelte in Gödels UnvollstĂ€ndigkeitssĂ€tzen, einer der bedeutendsten Errungenschaften in den Grundlagen der Wissenschaft. Diese SĂ€tze zeigen auf, dass es Fragen gibt, die mit den bekannten Regeln der Mathematik nicht beantwortet werden können. In diesem Emerging Field betrachten die Forschenden das PhĂ€nomen der UnvollstĂ€ndigkeit aus einer modernen Perspektive unter BerĂŒcksichtigung moderner Entwicklungen wie Computern und KI. Ziel ist die EnthĂŒllung der Axiome der Mathematik.

„Axiome sind die Grundregeln der Mathematik – und damit ihr wichtigster Bestandteil. Sie sind gewissermaßen die Atome des Universums oder die Bits eines Computers: die elementaren Bausteine, aus denen alles entsteht. In diesem Sinne sind Axiome die DNA der Mathematik, die wir noch besser verstehen wollen“ so Juan P. Aguilera, Koordinator, ĂŒber die Ziele des Emerging Fields.

Konsortiumsmitglieder und ForschungsstÀtten

Laura Kovacs (Technische UniversitÀt Wien)

Michael Pinsker (Technische UniversitÀt Wien)

Juan P. Aguilera (Koordinator, Technische UniversitÀt Wien)

Sandra MĂŒller (Technische UniversitĂ€t Wien)

Vera Fischer (UniversitÀt Wien)

Georg Schiemer (UniversitÀt Wien)

FWF-Fördervolumen

7 Millionen Euro

Emerging Field „Marine Micro/Nanoplastics: Emission, Fate and Health Impacts“

Emerging Field „Marine Micro/Nanoplastics: Emission, Fate and Health Impacts“
Konsortiumsmitglieder und ForschungsstÀtten (v. l. n. r.) vor FWF-Logowand: Andreas Stohl (UniversitÀt Wien), Lea Ann Dailey (UniversitÀt Wien), Markus Holzner (Koordinator, BOKU University), Alfredo Soldati (Technische UniversitÀt Wien), Bernadette Rosati (BOKU University)
© FWF/Der Knopfdruecker

Mehr als zwei Drittel aller Menschen leben in KĂŒstennĂ€he. WĂ€hrend der Ozean lange als Senke fĂŒr Plastikverschmutzung galt, schleudern brechende Wellen Meeresgischt in die Luft, wodurch Plastik in die AtmosphĂ€re gelangen kann. Das Emerging Field „Marine Micro/Nanoplastics: Emission, Fate and Health Impacts“ stellt drei grundlegende Fragen: Wie viel Plastik setzen Wellen in die AtmosphĂ€re frei, wohin wird es transportiert, und welche Risiken entstehen fĂŒr Menschen? Indem das Forschungsteam Ozeanprozesse ins Labor bringt und Emissionsexperimente mit Transportmodellierung und Gesundheitsstudien verknĂŒpft, wird das Projekt erstmals Emission, Transport und Gesundheitseffekte in einem konsistenten Rahmen zusammenfĂŒhren. Die gewonnenen Erkenntnisse werden das VerstĂ€ndnis globaler Plastikpfade und menschlicher Exposition grundlegend verĂ€ndern und die Grundlage fĂŒr zukĂŒnftige LuftqualitĂ€tsvorhersagen schaffen.
„Wir wollen einen Paradigmenwechsel einleiten, bei dem der Ozean nicht lĂ€nger ausschließlich als Senke fĂŒr Plastik gilt, sondern als zentrale Quelle, die Plastik erneut in die AtmosphĂ€re freisetzt. Dadurch entsteht ein neues VerstĂ€ndnis der Emission, des globalen Transports sowie der gesundheitlichen Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik“, so Markus Holzner, Koordinator, ĂŒber die Ziele des Emerging Fields.

Konsortiumsmitglieder und ForschungsstÀtten

Andreas Stohl (UniversitÀt Wien)

Lea Ann Dailey (UniversitÀt Wien)

Markus Holzner (Koordinator, BOKU University)

Alfredo Soldati (Technische UniversitÀt Wien)

Bernadette Rosati (BOKU University)

 

FWF-Fördervolumen

4,8 Millionen Euro

Emerging Field „Germline Illuminated by Cellular Structural Biology“

Emerging Field „Germline Illuminated by Cellular Structural Biology“
Konsortiumsmitglieder und ForschungsstĂ€tten (v. l. n. r.) vor FWF-Logowand: Sven Klumpe (IMP – Forschungsinstitut fĂŒr Molekulare Pathologie; IMBA – Institut fĂŒr Molekulare Biotechnologie, ÖAW), Anđela Ć arić (Institute of Science and Technology Austria (ISTA)), Andrea Pauli (Koordinatorin, IMP – Forschungsinstitut fĂŒr Molekulare Pathologie), David Haselbach (IMP – Forschungsinstitut fĂŒr Molekulare Pathologie), Julius Brennecke (IMBA – Institut fĂŒr Molekulare Biotechnologie, ÖAW)
© FWF/Der Knopfdruecker

Jeder Mensch entsteht aus der Verschmelzung einer Eizelle mit einem Spermium. Diese einzigartigen Zellen stammen aus der Keimbahn – einer Gruppe von Zellen, die den Bauplan des Lebens in sich tragen und ihn in einer ununterbrochenen Verbindung zwischen den Generationen weitergeben. Das Emerging Field „Germline Illuminated by Cellular Structural Biology“ hat sich zum Ziel gesetzt, ein grundlegendes RĂ€tsel zu lösen: Wie schĂŒtzen, verpacken und ĂŒbertragen diese Zellen die genetische Information? Durch die Kombination revolutionĂ€rer hochauflösender Bildgebungstechnologien mit Computersimulationen wird das Team einen Blick in das Innere dieser Zellen werfen, um nicht nur die Biologie der Keimbahn zu beobachten, sondern auch ihre faszinierende, noch wenig erforschte Biologie zu verstehen.

Das Team wird untersuchen, wie Keimzellen „genetische Parasiten” abwehren, wie DNA in Spermien verpackt wird und wie Spermien und Eizellen verschmelzen, um neues Leben zu schaffen. Durch die Untersuchung dieser Prozesse in Fruchtfliegen, Zebrafischen und MĂ€usen wird GEMINI zum VerstĂ€ndnis von Fruchtbarkeit und Vererbung und damit dem Ursprung des Lebens selbst beitragen.

„Die Keimbahn enthĂ€lt die wichtigsten Zellen unseres Körpers: Ohne sie wĂ€ren wir alle nicht hier und unsere gesamte Spezies wĂŒrde nicht existieren. GEMINI wird Licht auf die faszinierende Biologie werfen, die sich in diesen einzigartigen Zellen verbirgt. Damit wird es als Vorbild fĂŒr das aufstrebende Gebiet der „Integrierten Zellbiologie 2.0“ dienen – wie die gegenseitige Befruchtung von Biologie und Technologie unser VerstĂ€ndnis grundlegender Fragen der Biologie verĂ€ndern und gleichzeitig die Technologie voranbringen kann“, so Andrea Pauli, Koordinatorin, ĂŒber die Ziele des Emerging Fields.

Konsortiumsmitglieder und ForschungsstÀtten

Sven Klumpe (IMP – Forschungsinstitut fĂŒr Molekulare Pathologie; IMBA – Institut fĂŒr Molekulare Biotechnologie, ÖAW)

Anđela Ć arić (Institute of Science and Technology Austria (ISTA))

Andrea Pauli (Koordinatorin, IMP – Forschungsinstitut fĂŒr Molekulare Pathologie)

David Haselbach (IMP – Forschungsinstitut fĂŒr Molekulare Pathologie)

Julius Brennecke (IMBA – Institut fĂŒr Molekulare Biotechnologie, ÖAW)
 

FWF-Fördervolumen

5,1 Millionen Euro

Emerging Field „Comparative Ecological Innovation Styles“

Emerging Field „Comparative Ecological Innovation Styles“
Konsortiumsmitglieder und ForschungsstĂ€tten (v. l. n. r.) vor FWF-Logowand: Barbara Klump (UniversitĂ€t Wien), Christoph Völter (UniversitĂ€t Wien), Alice Auersperg (Koordinatorin, VeterinĂ€rmedizinische UniversitĂ€t Wien), Mark Christopher O’Hara (UniversitĂ€t Wien), Justus Piater (UniversitĂ€t Innsbruck)
© FWF/Der Knopfdruecker

Woher kommt Erfindergeist? Er ist keine rein menschliche Eigenschaft, sondern findet sich auch im Tierreich. Im Emerging Field „Comparative Ecological Innovation Styles“ untersuchen die beteiligten Forschenden, wie unterschiedliche Körperbauten, ökologische Nischen und kognitive FĂ€higkeiten die Entstehung neuer Verhaltensweisen prĂ€gen. Anstatt nur erfolgreiche Problemlösungen zu vergleichen, analysiert das Team detaillierte Aneignungs-, Lern- und EntwicklungsverlĂ€ufe bei einigen der innovativsten Tiere: Papageien, Rabenvögel und Menschenaffen. So wird ein prozessbasiertes VerstĂ€ndnis geschaffen, wie Innovation entsteht, welche Rolle motorische FĂ€higkeiten und Umweltbedingungen spielen und warum sich erfinderische Strategien zwischen Arten unterscheiden. Diese Erkenntnisse sollen nicht nur unser Bild von tierischer Intelligenz erweitern, sondern auch dazu beitragen, Robotersysteme zu entwickeln, die flexibler und anpassungsfĂ€higer handeln.

„Innovation ist das Ergebnis der Interaktion von Körper, Umwelt und Erfahrung. Indem wir diese Prozesse vergleichend untersuchen, gewinnen wir ein neues VerstĂ€ndnis von Erfindertum – in der Evolution wie in der Übertragung in die Robotik“, so Alice Auersperg, Koordinatorin, ĂŒber die Ziele des Emerging Fields.

Konsortiumsmitglieder und ForschungsstÀtten

Barbara Klump (UniversitÀt Wien)

Christoph Völter (UniversitÀt Wien)

Alice Auersperg (Koordinatorin, VeterinÀrmedizinische UniversitÀt Wien)

Mark Christopher O’Hara (UniversitĂ€t Wien)

Justus Piater (UniversitÀt Innsbruck)

FWF-Fördervolumen

5,1 Millionen Euro

Entscheidung auf Basis internationaler Gutachten und Juryempfehlung

Um eine unabhĂ€ngige und auf wissenschaftlichen Kriterien basierende Entscheidung zu ermöglichen, organisierte der FWF auch in der zweiten Ausschreibungsrunde ein dreistufiges Auswahlverfahren. In einem ersten Schritt beurteilte die internationale, multidisziplinĂ€re Jury unter der Leitung von Aileen Fyfe (University of St Andrews, Schottland) die 37 eingereichten AntrĂ€ge auf Basis einer dreiseitigen Synopsis auf ihr Potenzial, höchst transformative und innovative Ideen umzusetzen. Nur jene AntrĂ€ge, die den angestrebten hohen Innovationsgrad erfĂŒllen, wurden in der Folge international begutachtet und dem FWF-Kuratorium vorgelegt, das auf Basis der internationalen Gutachten eine Shortlist mit neun Konsortien erstellte. Diese Konsortien prĂ€sentierten ihr Forschungsvorhaben im Rahmen eines Hearings wiederum der Jury, die dann die Förderempfehlung aussprach. Die endgĂŒltigen Förderentscheidungen wurden vom Kuratorium des FWF auf Basis der Empfehlungen der Jury getroffen.

Nach oben scrollen