Gruppenbild der Workshop-Teilnehmer:innen: Christof Gattringer (FWF), Paul Adam (Boehringer Ingelheim), Mark Thomson (CERN), Tracy Northup (Universität Innsbruck), Robert Legenstein (Technische Universität Graz), Thomas Pieber (Medizinische Universität Graz) und Barbara Weitgruber (BMFWF)
Diskutierten in der Ovalhalle des Museumsquartier Wien: Christof Gattringer (FWF), Paul Adam (Boehringer Ingelheim), Mark Thomson (CERN), Tracy Northup (Universität Innsbruck), Robert Legenstein (Technische Universität Graz), Thomas Pieber (Medizinische Universität Graz) und Barbara Weitgruber (BMFWF). © AIT/Valerie Maltseva

Wie entstehen wissenschaftliche Durchbrüche – und welche Bedingungen brauchen Forschende, um neue Wege zu gehen? Welche Fortschritte erzielen Österreichs Exzellenzcluster? Und was lässt sich aus der Spitzenforschung am CERN und aus der Zusammenarbeit von Wissenschaft und forschungsintensiver Industrie lernen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des FWF-Workshops im Rahmen der Technology Talks Austria 2026. Unter der Moderation von FWF-Präsident Christof Gattringer diskutierten Paul Adam (Forschungsleiter Boehringer Ingelheim, Wien), Robert Legenstein (Technische Universität Graz), Tracy Northup (Universität Innsbruck), Thomas Pieber (Medizinische Universität Graz), CERN-Direktor Mark Thomson und Sektionschefin Barbara Weitgruber (BMFWF). 

Freiheit und langfristige Finanzierung als Grundlage

Barbara Weitgruber betonte in ihrem Eröffnungsstatement die strategische Bedeutung von Wissenschaft und Forschung angesichts globaler Krisen: Sie sind entscheidend für Europas Sicherheit, Resilienz und technologische Souveränität. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, langfristige Finanzierung, die Freiheit und Unabhängigkeit der Forschung, exzellente Forschende und leistungsfähige Infrastrukturen – ebenso wie stärkere Kooperationen über Disziplinen, Institutionen und Ländergrenzen hinweg. 

Exzellenzcluster: Grundlagenforschung mit hohem Innovationspotenzial 

Wie aus Österreichs Exzellenzclustern neue Erkenntnisse entstehen, zeigten beispielhaft Robert Legenstein vom Exzellenzcluster „Bilateral AI“, Tracy Northup vom Exzellenzcluster „Quantum Science Austria“ und Thomas Pieber vom Exzellenzcluster „MetAGE“. Ihre Forschungsbeispiele aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien sowie Alterung und Gesundheit machten deutlich, welch innovatives Potenzial langfristig angelegte Grundlagenforschung entfalten kann. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, starke Forschungsnetzwerke und die Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Industrie spielen eine entscheidende Rolle.

CERN: Spitzenforschung durch europäische Zusammenarbeit 

CERN-Generaldirektor Mark Thomson richtete anschließend den Blick auf die europäische Dimension der Spitzenforschung. CERN zeigt exemplarisch, wie langfristige europäische Zusammenarbeit wissenschaftliche Spitzenleistungen ermöglicht: Indem Länder Ressourcen, Expertise und Infrastruktur bündeln, entstehen Forschungs- und Technologieprojekte, die einzelne Staaten allein nicht realisieren könnten – und damit neue Impulse für Europas Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit. 

Wissenschaft und Industrie gemeinsam für Innovation 

Paul Adam (Boehringer Ingelheim) brachte die Perspektive eines forschungsintensiven Industrieunternehmens ein und unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie für die Entwicklung neuer Medikamente. Rund die Hälfte der klinischen Entwicklungsprogramme von Boehringer Ingelheim basiert auf externer Innovation; zugleich investiert das Unternehmen in Österreich umfangreich in Forschung und Entwicklung und arbeitet eng mit akademischen Einrichtungen und jungen Biotech-Unternehmen zusammen.

Der Workshop machte deutlich: Wissenschaftliche Durchbrüche lassen sich nicht planen – aber die Bedingungen, unter denen sie entstehen können, schon. Freiraum für neue Ideen, langfristige Finanzierung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, leistungsfähige Forschungsinfrastrukturen und internationale Netzwerke schaffen die Grundlage für wissenschaftlichen Fortschritt und technologische Innovation „made in Europe“.

Hörtipp: CERN-Direktor Marc Thomson im Gespräch 

Hören Sie in der aktuellen Ausgabe des FWF-Podcasts „Was wir wissen“ ein ausführliches Interview mit CERN-Direktor Marc Thomson anlässlich seiner Teilnahme bei den Technology Talks Austria.

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