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Epoche und Reduktion. Formen und Praxis der Reduktion

Epoche und Reduktion. Formen und Praxis der Reduktion

Michael Staudigl (ORCID: 0000-0001-8683-9664)
  • Grant-DOI 10.55776/D3478
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 27.01.2003
  • Projektende 23.07.2003
  • Bewilligungssumme 3.500 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (100%)

Keywords

    Philosophie, Reduktion, Phänomenologie, Epoche

Abstract

Der vorliegende Band möchte die gegenwärtige internationale Diskussion über die Problematik der Reduktion im deutschsprachigen Raum eingehender bekannt machen. Deshalb werden sowohl die klassischen phänomenologischen Positionen (Husserl und Heidegger, bis hin zu Fink und Patocka) diskutiert, wie auch die gegenwärtigen Radikalisierungen durch die jeweilig führenden Autoren (Marion, Henry, Janicaud). Die kommentierenden Beiträge sind von anerkannten FachphänomenologInnen verfaßt, die gleichzeitig eigenständig die Rezeptionsweise illustrieren. Das Werk möchte so insgesamt über die entscheidende Frage der Reduktion als Erfahrungs- und Realitätszugang eine Diskussion zum Stand von Phänomenologie und Philosophie überhaupt auslösen, um die deutschsprachige Phänomenologie weiterhin maßgeblich am internationalen Dialog zu beteiligen und sie so weiterzuführen, wie es die wichtigste Motivation Husserls, ihres Begründers, war: als redlichste Phänomen- und Selbstaufklärung im Sinne einer europäischen und demnächst globalen Verantwortung, die Krisiserscheinungen nicht nur statistisch diagnostiziert, sondern diese im Rückgang auf ihre Sinngenese praxisorientiert zu verstehen sucht. Damit, und verbunden mit dem die leitende Diskussion noch zusätzlich vertiefenden Lexikonteil, bildet der Band ein unverzichtbares Arbeitsinstrument für die Erarbeitung eines gegenwärtigen phänomenologischen Selbstverständnisses insbesondere im deutschen Sprachraum, zugleich aber auch für die neuere Wissenschaftskritik und kann darüber hinaus ebenso als eigenständige Einführung für Studierende in diesen Forschungsbereich betrachtet werden. Die Gliederung in 4 thematische Schwerpunkte gibt eindeutig die genannte Sachlage wieder, wie sie für eine adäquate Diskussion erforderlich ist, deren Umfang durch die Einleitung der Herausgeber in historischer wie systematischer Hinsicht abgesteckt wird: In den Grundpositionen (I) wird Husserls allgemeine Entwicklung des Reduktionsgedankens ebenso dargestellt, wie Heideggers Kritik an diesem Reduktionsbegriff im Rahmen der Weiterführung hin zu einem metaphysikkritischen Destruktionsbegriff (vgl. Luft; Cristin). Es folgen sodann die wichtigen neueren Entwicklungen innerhalb der französischen Phänomenologie, welche die klassische Reduktion durch eine Gegen-Reduktion (Henry) radikalisieren, das heißt: die Phänomenologie wird von jeder methodischen Grundentscheidung zugunsten eines reinen Erscheinens der Phänomenalität selber "befreit". Genau diese Diskussion (vgl. weiterhin die Beiträge von Marion, Janicaud) ist im deutschen Sprachraum bislang erst sehr spärlich im Gange, so daß damit die Zielrichtung des vorliegenden Werkes besonders deutlich zum Ausdruck kommt: durch originäre Beiträge eine zentrale Problematik der Phänomenologie in die Diskussion einzuführen und in der Folge möglicherweise näher an eine Lösung heranzuführen. In diesem Sinne läßt sich dieser Band auch nicht einfachhin als "Sammelband" im üblichen Sinne klassifizieren, weil viele der hier vorgelegten Diskussionsansätze noch gar nicht anderweitig im Deutschen präsentiert und ausformuliert wurden und hiermit im Grunde eher ein thematisch homogenes Originalwerk zu Phänomenologie und phänomenologischer Forschung vorgelegt werden kann. Dieser Zielsetzung entspricht stringenterweise die weitere Hauptgliederung (II-III), wo die wichtigsten Einzelfragen innerhalb der Reduktionsproblematik behandelt werden, nämlich das Verhältnis von Welt und Mensch (Lebenswelt) (vgl. Brisart), von Gegebenheit und Apriori im Sinne eines empirischen und transzendentalen Faktums (Marion), sowie von Ursprung und Differenz als rhetorischem Begründungsproblem innerhalb der Metaphysikgeschichte (vgl. van Kerckhoven, Novotn und Leghissa zu Fink, Patocka und Derrida, sowie systematisch Janicaud). Auch ein prinzipiell innovativer Aspekt der Reduktionsanalyse wird mit diesem Band erstmals in die Diskussion eingebracht (IV.), nämlich der praktische Vollzug und dessen bewußtseinsmäßig-psychologische (therapeutische) Wirkung, woran spätere Arbeiten sicherlich anknüpfen können. Hierzu wurden international renomierte Psychologen, Kognitionswissenschaftler und Philosophen wie Varela, Vermersch, Titze, Depraz und Sepp gewonnen. Ein umfangreicher Lexikonteil wirft abschließend Licht auf weitere, bislang zum Teil kaum rezipierte Arbeiten zur Reduktionsproblematik auch außerhalb der deutsch-französischen bzw. der europäischen Achse (Hart, Huang, Leghissa) und läßt das vorliegende Werk damit, im Verbund mit einem als Arbeitsinstrument konzipierten Stichwortverzeichnis und einem themenspezifisch ergänztem Literaturverzeichnis, zu einem wesentlichen Leitfaden für jede weitere Beschäftigung mit dem hier eröffneten Thema und mit der Phänomenologie insgesamt werden.

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