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Fortgeschrittene Biochemische MRT des Meniskus auf 3 und 7T

Advanced Biochemical MRI of the Meniscus at 3 and 7 Tesla

Vladimir Juras (ORCID: 0000-0002-4026-5922)
  • Grant-DOI 10.55776/KLI541
  • Förderprogramm Klinische Forschung
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2016
  • Projektende 31.01.2021
  • Bewilligungssumme 237.363 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (75%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (25%)

Keywords

    Meniscus Degeneration, Magnetic Resonance Imaging, Sodium Mri, Meniscus Tear, T2*, Gagcest

Abstract Endbericht

Die Hauptaufgaben des Meniskus liegen in der Verteilung des Drucks und der Dämpfung. Der Meniskus besteht aus einer dichten extrazellulären Matrix, die hauptsächlich aus Wasser und kollagenen Fasern besteht, in der die Zellen verteilt liegen. Glykosaminoglykane (GAGs), nicht- kollagene Proteine und Glykoproteine tragen zum Trockengewicht bei. Bis heute wurde die Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) verwendet um Läsionen der Menisci aufzuzeigen. Die neuesten Entwicklungen im Bereich der Kollagen- und GAG-sensitiven MRT Techniken ermöglichen einen nicht invasiven Einblick in verschiedene Bindegewebe, so auch in den Meniskus. Die Bildgebung des Meniskus ist eine Herausforderung für ein MRT, da das Signal des Meniskus bei Echozeiten (TE) in Standard Sequenzen teilweise oder ganz zerfallen ist. Es ist bekannt dass in degenerativen Menisci ein makromolekularer Umbau stattfindet. Das Zusammenspiel zwischen Kollagenfasern (Orientierung und Gehalt) und Wassermolekülen ist entscheidend für die Generierung eines MR Signals. Der hohe Anteil der Anisotropie der kollagenen Matrix des Meniskus bedingt die Aufteilung des T2* Zerfalls in verschiedene Komponenten. Die kürzlich entwickelten modernen MRT Techniken ermöglichen die Aufnahme eines MR Signals mit den kürzesten T2* Komponenten. Dies öffnet ein Spektrum an Möglichkeiten um T2* als einen Marker für den Zustand der Kollagenfasern zu benutzen. Bis vor kurzem wurde der Meniskus hauptsächlich durch eine qualitative MR Standardbildgebung untersucht, aber neuere quantitative MR Techniken haben in der Forschung für Aufsehen gesorgt. Dazu gehören mono-exponentiell berechnetes T2*, T1 rho und longitudinales T1 mit der Verwendung von Kontrastmitteln. Das Ziel dieses Projektes ist es zusätzliche quantitative MR Techniken zu etablieren, die auf Glykosaminoglykane fokussiert sind, die bisher nicht im Meniskus untersucht wurden. Sodium imaging und gagCEST werden als potentielle Marker für die Meniskusdegeneration herangezogen, da beides GAG-spezifische Techniken sind. Außerdem wird T2* verwendet, da es sensitiv für kleine Veränderungen des kollagenen Netzwerkes ist. Alle Techniken werden mittels Immunhistologie und Polarisationsmikroskopie validiert. Nachdem diese Techniken in in vitro Untersuchungen validiert worden sind, wird sowohl eine Gruppe von Patienten mit Meniskusdegeneration und Meniskusrissen, als auch eine gleichaltrige Gruppe von gesunden Probanden untersucht werden. Die Techniken die in diesem Projekt entwickelt werden, erlauben Orthopäden und Unfallchirurgen in Zukunft einen Zugang zu fortgeschrittenen, nicht- invasiven Methoden für die Diagnosestellung, präoperative Planung, operativen Managements und postoperative Nachuntersuchungen von Meniskusrissen.

Die Ergebnisse dieses Projekts zeigten, dass die nicht-invasive Beurteilung der biochemischen Zusammensetzung des Meniskus und die hochauflösende vTE-Bildgebung zusätzlich zur konventionellen Morphologie des Kniemeniskus mittels Magnetresonanztomographie dazu beitragen, die Funktion des normalen Meniskus zu klären und die Frühdiagnose von Meniskusdegeneration und -rissen zu verbessern. Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass MRT-Parameter wie die transversale Relaxationskonstante (T2*) mit biochemischen Parametern der Menisken korrelieren und somit in der Lage sind, den Status degenerierter und/oder gerissener Menisken nicht-invasiv zu diagnostizieren und darüber hinaus mit den strukturellen Veränderungen im Meniskusgewebe zu verknüpfen. Die Ergebnisse dieses Projekts trugen zur nicht-invasiven Beurteilung des Meniskus mittels quantitativer MRT bei. Es half, die Bedeutung der transversalen Relaxationskonstante (T2*) und ihre Beziehung zur Orientierung und Organisation der Kollagenfasern zu verstehen. Die wichtigste Erkenntnis ist die Orientierungsabhängigkeit des MRT-Signals von der Ausrichtung zum Hauptmagnetfeld, die eine potenziell signifikante klinische Auswirkung hat, da die hyperintensen Regionen typischerweise auf eine Gewebeverarmung hindeuten und mit dem so genannten magischen Winkeleffekt verwechselt werden können. Wir haben auch zwei Glykosaminoglykan (GAG)-spezifische MRI-Methoden untersucht, die ebenfalls wertvolle Informationen über den GAG-Gehalt und die Verteilung in den Menisken liefern und möglicherweise als Marker für frühe Meniskusdegenerationen dienen könnten. Aufgrund der schwierigen Natur dieser beiden Methoden waren wir jedoch nicht in der Lage, ihre klinische Anwendbarkeit schlüssig zu demonstrieren. Diese Untersuchungen führten zur Formulierung neuer Hypothesen und Forschungsfragen, die in Kürze in neue Projektanträge umgesetzt werden sollen. Während des Projekts haben wir zwei Methoden entwickelt, die durch den Bedarf an fortgeschrittener Datenauswertung inspiriert wurden. Die erste erweitert die Auswertung der quantitativen MRI-Bilder und Maps - die Beziehung zwischen einzelnen Pixeln kann mehr Informationen bringen als ein einfacher Durchschnittswert eines bestimmten quantitativen Maßes. Wir haben eine auf der Grey-Level-Co-Occurrence-Matrix basierende Texturanalyse (GLCM) für die erweiterte Analyse von Knorpel entwickelt. Für die Zukunft planen wir, diesen Ansatz auf andere Gewebe auszuweiten, die für Arthrose von Interesse sind, wie Menisken, Sehnen und Bänder. Zweitens haben wir eine Methode zur automatisierten Bewertung des Knieknorpels entwickelt, das Knorpelsegmentierung und Koregistrierung an quantitativen Maps verwendet, was zu einer robusten unüberwachten Kniebewertung führt. In Zukunft soll dieses Methode auch auf andere Teile des Knies (Meniskus, Bänder) angewendet werden und durch Deep Learning basierte Gewebesegmentierung erweitert werden. Die Ergebnisse wurden durch eine Reihe von peer-reviewed Publikationen (11), Konferenzpräsentationen (17+) und eingeladenen Vorträgen veröffentlicht. Mit den Projektmitteln wurden 7 Personen finanziell unterstützt (2 PosDocs, 4 Doktoranden und 1 Masterstudent).

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Klaus Bohndorf, Klinikum Augsburg - Deutschland
  • Miika T. Nieminen, Oulu University Hospital - Finnland

Research Output

  • 298 Zitationen
  • 20 Publikationen
  • 1 Methoden & Materialien
  • 6 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2022
    Titel Transverse Relaxation Anisotropy of the Achilles and Patellar Tendon Studied by MR Microscopy
    DOI 10.1002/jmri.27722
    Typ Journal Article
    Autor Hager B
    Journal Journal of Magnetic Resonance Imaging
  • 2020
    Titel Clinical implementation of accelerated T2 mapping: Quantitative magnetic resonance imaging as a biomarker for annular tear and lumbar disc herniation
    DOI 10.1007/s00330-020-07538-6
    Typ Journal Article
    Autor Raudner M
    Journal European Radiology
    Seiten 3590-3599
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Transverse Relaxation Anisotropy of the Achilles and Patellar Tendon Studied by MR Microscopy
    DOI 10.1002/jmri.28095
    Typ Journal Article
    Autor Hager B
    Journal Journal of Magnetic Resonance Imaging
    Seiten 1091-1103
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Frontiers of Sodium MRI Revisited: From Cartilage to Brain Imaging
    DOI 10.1002/jmri.27326
    Typ Journal Article
    Autor Zaric O
    Journal Journal of Magnetic Resonance Imaging
    Seiten 58-75
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Differentiation of Cartilage Repair Techniques Using Texture Analysis from T2 Maps
    DOI 10.1177/19476035211029698
    Typ Journal Article
    Autor Juras V
    Journal CARTILAGE
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Magnetic Resonance Imaging of the Musculoskeletal System at 7T
    DOI 10.1097/rmr.0000000000000205
    Typ Journal Article
    Autor Juras V
    Journal Topics in Magnetic Resonance Imaging
    Seiten 125-135
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Prediction of Lumbar Disk Herniation and Clinical Outcome Using Quantitative Magnetic Resonance Imaging
    DOI 10.1097/rli.0000000000000527
    Typ Journal Article
    Autor Raudner M
    Journal Investigative Radiology
    Seiten 183-189
    Link Publikation
  • 2018
    Titel In vivo assessment of time dependent changes of T2* in medial meniscus under loading at 3T: A preliminary study.
    Typ Journal Article
    Autor Hornakova L
    Journal Journal of applied biomedicine
    Seiten 138-144
  • 2016
    Titel Detection of correlated conformational fluctuations in intrinsically disordered proteins through paramagnetic relaxation interference
    DOI 10.1039/c5cp04858c
    Typ Journal Article
    Autor Kurzbach D
    Journal Physical Chemistry Chemical Physics
    Seiten 5753-5758
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Orientation dependence and decay characteristics of T2* relaxation in the human meniscus studied with 7 Tesla MR microscopy and compared to histology
    DOI 10.1002/mrm.27443
    Typ Journal Article
    Autor Hager B
    Journal Magnetic Resonance in Medicine
    Seiten 921-933
    Link Publikation
  • 2018
    Titel The comparison of the performance of 3?T and 7?T T2 mapping for untreated low-grade cartilage lesions
    DOI 10.1016/j.mri.2018.09.021
    Typ Journal Article
    Autor Juras V
    Journal Magnetic Resonance Imaging
    Seiten 86-92
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Compositional MRI of the anterior cruciate ligament of professional alpine ski racers: preliminary report on seasonal changes and load sensitivity
    DOI 10.1186/s41747-020-00191-0
    Typ Journal Article
    Autor Csapo R
    Journal European Radiology Experimental
    Seiten 64
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Reproducibility of an Automated Quantitative MRI Assessment of Low-Grade Knee Articular Cartilage Lesions
    DOI 10.1177/1947603520961165
    Typ Journal Article
    Autor Juras V
    Journal CARTILAGE
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Current status of functional MRI of osteoarthritis for diagnosis and prognosis.
    DOI 10.1097/bor.0000000000000674
    Typ Journal Article
    Autor Juras V
    Journal Current opinion in rheumatology
    Seiten 102-109
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Simple compensation method for improved half-pulse excitation profile with rephasing gradient
    DOI 10.1002/mrm.28233
    Typ Journal Article
    Autor Latta P
    Journal Magnetic Resonance in Medicine
    Seiten 1796-1805
  • 2020
    Titel Assessment of Low-Grade Focal Cartilage Lesions in the Knee With Sodium MRI at 7 T: Reproducibility and Short-Term, 6-Month Follow-up Data.
    DOI 10.1097/rli.0000000000000652
    Typ Journal Article
    Autor Zbýn Š
    Journal Investigative radiology
    Seiten 430-437
  • 2020
    Titel Compositional magnetic resonance imaging in the evaluation of the intervertebral disc: Axial vs sagittal T2 mapping
    DOI 10.1002/jor.24691
    Typ Journal Article
    Autor Raudner M
    Journal Journal of Orthopaedic Research®
    Seiten 2057-2064
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Accelerated T2 Mapping of the Lumbar Intervertebral Disc: Highly Undersampled K-Space Data for Robust T2 Relaxation Time Measurement in Clinically Feasible Acquisition Times.
    DOI 10.1097/rli.0000000000000690
    Typ Journal Article
    Autor Raudner M
    Journal Investigative radiology
    Seiten 695-701
    Link Publikation
  • 2015
    Titel A comparison of multi-echo spin-echo and triple-echo steady-state T2 mapping for in vivo evaluation of articular cartilage
    DOI 10.1007/s00330-015-3979-6
    Typ Journal Article
    Autor Juras V
    Journal European Radiology
    Seiten 1905-1912
    Link Publikation
  • 2017
    Titel T2 Mapping of Cartilage with Triple-Echo Steady State MR Sequence
    DOI 10.23919/measurement.2017.7983568
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Juras V
    Seiten 189-192
Methoden & Materialien
  • 2020 Link
    Titel Automated Tool for the Knee MRI evaluation
    Typ Improvements to research infrastructure
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2019
    Titel Invited Lecture: ICRS Focus Meeting (2 of 2)
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2019
    Titel Invited Lecture: ICRS Focus Meeting (1 of 2)
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2018
    Titel Fulbright Scholarship
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2018
    Titel Cum Laude at International Cartilage Repair Society Meeting, April, 2018
    Typ Poster/abstract prize
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2018
    Titel Invited Lecture: EMRI Erasmus Course
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2017
    Titel The Award for Excellent Scientific Work in year 2016, Medical University of Vienna
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad Regional (any country)

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