Dopamin und Insulin bei psychotischen Erkrankungen
Dopamine and Insulin in Psychosis
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
- Schizophrenia,
- Psychosis,
- Dopamine,
- Insulin,
- Positron Emission Tomography,
- Magnetic Resonance Spectroscopy
Schizophrenie ist eine schwere psychiatrische Erkrankung, die etwa ein Prozent der Allgemeinbe- völkerung betrifft und oft mit großem Leidensdruck für Patientinnen und deren Angehörige verbun- den ist. Die akute Phase der Schizophrenie wird Psychose genannt und ist durch Symptome wie Halluzinationen, Wahn und Denkstörungen gekennzeichnet. Patientinnen mit Schizophrene haben auch ein deutlich höheres Risiko für Diabetes und andere Stoffwechselprobleme, was zu Herzer- krankungen und einer reduzierten Lebenserwartung führen kann. Viele Symptome der Schizophrenie können mit einer Fehlfunktion von Dopamin in Zusammenhang gebracht werden. Medikamente, die Dopaminrezeptoren im Gehirn blockieren, können psychoti- sche Symptome sehr gut bessern, führen aber oft zu einer Verschlechterung der Stoffwechselsitu- ation durch Gewichtszunahme und Erhöhung des Blutzuckers. Dies ist nicht verwunderlich, da Do- pamin, ein Botenstoff im Körper, der für Motivation und zielgerichtetes Handeln verantwortlich ist, in viele lebenserhaltende Funktionen, wie den Blutzuckerstoffwechsel, involviert ist. Die Dopamin- Ausschüttung im Gehirn verändert sich in Abhängigkeit vom Energiehaushalt des Körpers und lenkt das Verhalten in die Richtung, die er für das Überleben braucht. Dopamin beeinflusst die Funktion der Bauchspeicheldrüse und steht in direkter Wechselwirkung mit Insulin, einem Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert, aber auch eine entscheidende Bedeutung für Gedächtnis, ler- nen und andere kognitive Funktionen hat. Ausgehend von früheren Erkenntnissen, dass bei der Schizophrenie eine gestörte Dopaminfunkti- on und Stoffwechselprobleme in engem Zusammenhang stehen, wollen wir jetzt die Grundlagen dieser Wechselwirkungen erforschen. Hierbei werden wir uns auf das Zusammenspiel von Insulin und Dopamin zum Zeitpunkt des Ausbruchs der schizophrenen Erkrankung konzentrieren. Verän- derungen des Dopamin- und Blutzuckerspiegels im Gehirn nach nasaler Insulingabe werden mit zwei verschiedenen Bildgebungsmethoden, Positronen-Emissions-Tomographie und Magnet- Resonanz-Spektroskopie, bei Patient: innen mit Schizophrenie und gesunden Proband: innen er- fasst werden. Damit soll herausgefunden werden, ob die Insulinwirkung im Gehirn bei erstmals an einer Psychose erkrankten Personen verändert ist. Wenn die Wechselbeziehung zwischen Insulin und Dopamin verschoben ist, könnte dies eine wichtige Ursache für die metabolischen und psychi- atrischen Probleme bei Schizophrenie sein. Die Ergebnisse unserer Studie sollen dabei helfen, die metabolischen Aspekte der Schizophrene besser zu verstehen und könnten neue Wege für Thera- pien und Präventionsstrategien aufzeigen.
- Helmuth Haslacher, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Marcus Hacker, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Thomas Scherer, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Wolfgang Bogner, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in