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Monographie der Hypotricha (Ciliophora). Teil 5

Monograph of the Hypotricha (Ciliophora). Part 5

Helmut Berger (ORCID: 0000-0002-1726-0082)
  • Grant-DOI 10.55776/P20569
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 04.02.2008
  • Projektende 04.02.2011
  • Bewilligungssumme 89.908 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    Ciliophora, Hypotricha, Protozoa, Biodiversity, Revision, Taxonomy

Abstract Endbericht

Hypotriche Ciliaten sind eine Hauptgruppe der Spirotrichen. Neben den typischen Modellorganismen Paramecium und Tetrahymena sind sie derzeit wahrscheinlich die am intensivsten untersuchte Ciliatengruppe. Das gegenständliche Projekt ist der fünfte und damit vorletzte Teil der Monographie der Hypotrichen. Zwei Teile sind bereits veröffentlicht, nämlich die Oxytrichiden (Berger 1999, Monographiae Biol. 78: 1092 Seiten; nicht gefördert) und die Urostyloiden (Berger 2006, Monographiae Biol. 85: 1319 Seiten; FWF Projekt 14778); zwei Teile sind im Druck, die Amphisielliden und Trachelostyliden (Berger 2007, Monographiae Biol, etwa 600 Seiten; APART Projekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) sowie die Kahlielliden (Berger 2008, Monographiae Biol, etwa 400 Seiten; APART-Projekt). Band 5 der Monographie der Hypotrichen wird etwa die Hälfte der noch nicht in den Bänden 1 bis 4 behandelten Gattungen enthalten, unter anderem Uroleptus und die Keronopsidae. Uroleptus wurde früher wegen der zickzack- förmig angeordneten Ventralcirren meist zu den Urostyliden gestellt; morphologische und molekularbiologische Daten zeigten aber, dass diese Zuordnung auf einer Konvergenz basierte. Eine wichtige Autapomorphie der Keronopsiden ist die Teilung in Zysten. Der "Rest" des etwa 500 Seiten umfassenden fünften Bandes wird mit meist wenig umfangreichen höheren Taxa und großteils monotypischen Gattungen aufgefüllt. Für den letzten Teil (Band 6) ist u. a. ein Schlüssel zu allen Arten geplant. Das Projekt umfasst folgende Punkte: Die kritische Revision des bisher Bekannten macht den Großteil des Projektes aus. Die Erfahrung des Autors (zahlreiche Publikationen über hypotriche und andere Ciliaten, u.a. 14 Bücher mit über 8000 Druckseiten) und umfangreiche Vorarbeiten (z. B., Indexierung der über 6000 Hypotrichen-Publikationen auf Art-Niveau; Erstellung eines permanent aktualisierten Index zu den Hypotrichen-Namen unter www.protozoology.com; Erstellung einer Bibliographie) erleichtern bzw. ermöglichen erst das Schreiben einer derart umfangreichen Buchreihe. Zusätzliche Untersuchungen (Morphologie; Teilung; phylogenetische Analysen; Molekularbiologie in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe um Prof. Schlegel, Universität Leipzig) einiger Arten. Die Monographie der Hypotrichen (geschätzter Gesamtumfang etwa 4000 Seiten) ist nicht nur ein wichtiges Nachschlagewerk für die Spezialistin/den Spezialisten, sondern dient vor allem auch den Biologinnen/Biologen aus anderen Disziplinen (Ökologie, Molekularbiologie, Physiologie, ) als detaillierte Informationsquelle. Die/der PraktikerIn, z. B. in der Gewässergüteaufsicht, erspart sich durch solche Werke das zeitaufwändige Sammeln von Sonderdrucken. Die Monographie ist natürlich in English und daher für jedermann lesbar. Sie erscheint beim renommierten Springer-Verlag in der Buchreihe Monographiae Biologicae.

Die Hypotricha sind eine Gruppe der Ciliophora (= Ciliaten oder Wimpertierchen), die im Süßwasser, im Salzwasser (Meer, Salzseen) und im Boden weit verbreitet ist. Die Ciliaten selbst sind einzellige Mikroorganismen mit einem echten Zellkern, der aber aus zwei Komponenten (Mikronukleus und Makronukleus) besteht. Seit 1758, dem Beginn der zoologischen Nomenklatur, wurden etwa 1000 Hypotricha-Arten in ca. 200 Gattungen beschrieben. Die letzte umfassende Revision (Gesamtbearbeitung) auf Artniveau stammt von Kahl (1932, Tierwelt Dtl., 25, 399-650). Mittlerweile wurden jedoch viele neue Arten entdeckt, vor allem im Boden und dem Meer, sowie zahlreiche der schon lange bekannten Formen mit modernen Methoden wiederbeschrieben. Deshalb wurde vor etwa 25 Jahren eine gründliche Revision dieser Gruppe gestartet. Vor dem gegenständlichen Projekt waren bereits drei Bände (Oxytrichidae, Berger 1999, Monographiae Biologicae [MB, Springer Publisher] 78: 1092 S; Urostyloidea, Berger 2006, MB 85: 1318 S; Amphisiellidae und Trachelostylidae, Berger 2008, MB 88, 753 S), unter anderem gefördert vom FWF und der ÖAW, publiziert worden. Im Rahmen dieses Projektes (1 Person, 3 Jahre, 20 h/Woche) wurden kleinere, eher schwierige Untergruppen der Hypotricha bearbeitet, unter anderem die Gonostomatidae und die Uroleptidae. Die Gonostomatiden wurden zusammen mit den Kahliellidae im 4. Band der Reihe veröffentlicht (Berger 2011, MB 90, 755 S). Band 5 der Monographie ist noch in Bearbeitung und wird voraussichtlich Anfang 2012 erscheinen. Die Gattung Gonostomum ist bereits in Band 1 (Oxytrichidea) enthalten, jedoch führte die Neuinterpretation der morphologischen Daten auf Basis molekularer Stammbäume zu neuen Hypothesen. Demnach gehört diese Gattung und verwandte Gruppen (z.B. Wallackia, Paragonostomum) ziemlich sicher nicht zu den Oxytrichiden, sondern sie dürften sich bereits nahe der Basis des Hypotrichenstammbaumes abgespalten haben. Die Kahlielliden sind eine eher uneinheitliche Gruppe und durch den Erhalt parentaler Zirren und Wimperreihen in den Tochtertieren charakterisiert. Die Uroleptiden, die früher zu den Urostyloiden gestellt wurden (in beiden Gruppen bilden die Zirren [= Wimpernbüschel] der Bauchseite ein Zickzackmuster), gehören dagegen zu den so genannten "nicht-oxytrichiden Dorsomarginalia", eine paraphyletische (nicht ganz einheitliche) Gruppe mit einem etwas komplexeren Muster der Rückenwimpern als jenem der Gonostomatiden, Urostyloiden und Amphisielliden. Die Uroleptiden sind auch nomenklatorisch eine schwierige Gruppe, da der Originalbeschreiber Ehrenberg im Jahr 1831 keine typische Art festgelegt hat und deren nachträgliche Festlegung durch Borror im Jahr 1972 nicht unumstritten ist. Band 5 ist der vorletzte Teil der Hypotrichenmonographie. Details und Publikationen siehe http://www.protozoology.com (Projekte).

Forschungsstätte(n)
  • Technisches Büro für Ökologie - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Martin Schlegel, Universität Leipzig - Deutschland

Research Output

  • 122 Zitationen
  • 6 Publikationen
Publikationen
  • 2017
    Titel Redescription of Keronopsis helluo Penard, 1922 from Antarctica and Paraholosticha pannonica Gellért and Tamás, 1959 from Alaska (Ciliophora, Hypotricha)
    DOI 10.1016/j.ejop.2017.04.008
    Typ Journal Article
    Autor Park K
    Journal European Journal of Protistology
    Seiten 102-118
  • 2019
    Titel Monographic treatment of Paraholosticha muscicola (Ciliophora, Keronopsidae), including morphological and molecular biological characterization of a brackish water population from Korea
    DOI 10.1016/j.ejop.2018.12.004
    Typ Journal Article
    Autor Jung J
    Journal European Journal of Protistology
    Seiten 48-67
  • 2015
    Titel Morphology and molecular phylogeny of an Antarctic population of Paraholosticha muscicola (Kahl, 1932) Wenzel, 1953 (Ciliophora, Hypotricha)
    DOI 10.1016/j.polar.2015.08.005
    Typ Journal Article
    Autor Jung J
    Journal Polar Science
    Seiten 374-381
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Morphology, Cell Division, and Phylogeny of Uroleptus longicaudatus (Ciliophora, Hypotricha), a Species of the Uroleptus limnetis Complex
    DOI 10.1111/jeu.12284
    Typ Journal Article
    Autor Chen L
    Journal Journal of Eukaryotic Microbiology
    Seiten 349-362
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Morphology and Small Subunit (SSU) rRNA Gene Sequence of the New Brackish Water Ciliate Neobakuella flava n. g., n. sp. (Ciliophora, Spirotricha, Bakuellidae) and SSU rRNA Gene Sequences of Six Additional Hypotrichs from Korea
    DOI 10.1111/j.1550-7408.2011.00561.x
    Typ Journal Article
    Autor Li L
    Journal Journal of Eukaryotic Microbiology
    Seiten 339-351
  • 2016
    Titel Morphology, morphogenesis, and molecular phylogeny of Uroleptus (Caudiholosticha) stueberi (Foissner, 1987) comb. nov. (Ciliophora, Hypotricha), and reclassification of the remaining Caudiholosticha species
    DOI 10.1016/j.ejop.2016.08.007
    Typ Journal Article
    Autor Li F
    Journal European Journal of Protistology
    Seiten 82-98

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