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Wiener Architekten Lexikon 1770-1880

Encyclopedia of Architects, Vienna 1770-1880

Dietmar Steiner (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P21447
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2009
  • Projektende 30.09.2013
  • Bewilligungssumme 189.863 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Bauwesen (80%)

Keywords

    Architektur, Österreich, Biographien, Wien, 19. Jahrhundert, Historismus

Abstract Endbericht

Anknüpfend an das erfolgreich erarbeitete "Wiener Architektenlexikon 1880-1945" soll nun der Zeitraum der lexikalischen Erfassung der in Wien tätigen Architekten auf die Jahre 1770 1880 ausgeweitet werden. So wie das "Wiener Architektenlexikons 1880-1945" wesentliche Daten für weiterführende Analysen und wissenschaftlichen Arbeiten liefert, soll auch dieses Fortsetzungsprojekt die Architektur des 19. Jahrhunderts in thematischer Weiterführung solide und differenziert beleuchten. Die vor 1880 in Wien tätigen Architekten sind bis heute in keinem Lexikon systematisch erfasst. Durch die äußerst mangelhafte wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Zeit wird daher auch die Forschung im Bereich der Architektur vor 1880 beträchtlich erschwert. Zwar wurden einige Architekten in eigenen Monographien bearbeitet, doch standen vor allem die wenigen herausragenden Architekten der Ringstraßenära im Mittelpunkt des Interesses. Sucht man hingegen Informationen zu einem weniger prominenten Architekten, so ist man vor allem auf das Künstlerlexikon angewiesen, das ab dem Jahr 1907 in 37 Bänden von Thieme-Becker herausgegeben worden war (Allg. Lexikon der bild. Künstler). So dankenswert dieses Unterfangen bleibt, ist dieses Lexikon aufgrund des damaligen Wissensstandes doch zum Teil lückenhaft, zum Teil in seinen Einträgen aber auch schlichtweg fehlerhaft. Trotzdem werden die aus diesem Werk gewonnenen Daten noch heute in fundamentalen Zusammenhängen verarbeitet und die bestehenden Fehler und Ungenauigkeiten damit nach wie vor reproduziert. Das Projekt "Wiener Architektenlexikon 1770-1880" hat sich daher zur Aufgabe gemacht, einerseits Ungenauigkeiten und Fehler zu berichtigen, andererseits und vor allem aber auch Informationen zu bislang unberücksichtigten Architektenpersönlichkeiten zugänglich zu machen. Der Zeitrahmen wurde von 1770 bis 1880 festgelegt. Es wird in diesem Architektenlexikon mit ungefähr 300 Einträgen zu rechnen sein. Aufgenommen sollen jene Architekten werden, die in Wien mehrere Projekte oder zumindest ein öffentliches Monumentalgebäude realisieren konnten, aber auch solche Architekten, die vorwiegend in anderer Hinsicht, etwa als Lehrer oder Theoretiker, wirksam waren. Neben den persönlichen Daten der jeweiligen Architekten, der erfolgten Ausbildung, dem Umkreis der Tätigkeit bzw. Einfluss auf das architektonische Umfeld soll in kurzen Zügen auch die individuelle stilistische Gestaltungsweise charakterisiert werden. Grundsätzliche architekturtheoretische Thesen, welche die jeweilige Arbeitsweise entscheidend prägten bzw. in den damaligen Fachkreisen besondere Beachtung fanden, werden ebenso zur Darstellung gelangen wie die bedeutendsten ausgeführten Bauten bzw. bedeutende nicht realisierte Projekte. Literaturangaben, die sowohl wichtige Quellenliteratur als auch ausgewählte Sekundärliteratur berücksichtigen werden die jeweilige Darstellung vervollständigen. Die Ergebnisse der Recherchen werden laufend in einer Online-Datenbank kostenlos zur Verfügung gestellt.

Erstmalig liegt ein Wiener Architektenlexikon für die Jahre 1770-1880 vor, welches für diesen äußerst bedeutsamen Zeitraum der Wiener Baugeschichte biographische, architekturästhetische, architekturtheoretische, architekturgeschichtliche, städtebauliche sowie stilkritische Kriterien berücksichtigt. Die Lexikoneintragungen umfassen neben den biographischen Eckdaten, der Auflistung der Werke, Literaturangaben etc. eine ausführliche Darstellung des Lebenslaufes sowie eine stilistische Analyse des jeweiligen Werks. Im Einzelnen bietet das Architektenlexikon folgende forschungsrelevanten Leistungen: Erstmalig sind Architektenpersönlichkeiten erfasst, die bislang nicht dokumentiert waren. Architekten, die in zeitgenössischen bzw. aktuellen Lexika sowie Nachschlagwerken nur äußerst lückenhaft erfasst wurden, sind erstmalig mit ausführlichen Informationen dokumentiert. Falsche Zuschreibungen wurden berichtigt sowie Missverständnisse aufgeklärt. Falsch tradierte Daten in Lexika, Nachschlagwerken und Literatur sowie Missverständnisse auf Grund von Namensgleichheit wurden korrigiert. Von rund 300 Objekten, insbesondere Wohn- und Geschäftsbauten sowie Villen, wurde die architektonische Urheberschaft erstmals geklärt bzw. konnten falsche Zuschreibungen berichtigt werden. Seit März 2011 werden die endredigierten Lexikoneintragungen auf der Homepage des Architekturzentrum Wien (www.azw.at oder www.architektenlexikon.at ) den Benutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf der Homepage finden sich zudem die Liste der erschlossenen Archive sowie umfassende Literaturhinweise. Es wurden 315 Lexikoneinträge verfasst und in das bereits bestehende Wiener Architektenlexikon 1880-1945 integriert, sodass nunmehr die Architekten, die in Wien zwischen 1770 und 1945 tätig waren, in 1012 Einträgen umfassend dokumentiert sind. Das Architektenlexikon erschließt auf Grund intensiver Archiv- und Quellenarbeit sowie auf Grund umfassender Sichtung von vorliegenden Forschungsergebnissen sowohl Architekturtheoretikern, Kulturhistorikern und Historikern als auch Architekten und Wissenschaftlern benachbarter Disziplinen erstmals grundlegende Informationen sowie eine fundierte Basis für weiterführende wissenschaftliche Tätigkeiten. Auf Grund der Übersichtlichkeit und des leichten Zugriffs als Online-Fassung ist das Lexikon zudem geeignet, einen interessierten Personenkreis über die Grenzen der genannten Fachdisziplinen hinaus anzusprechen.

Forschungsstätte(n)
  • Architekturzentrum Wien - 100%

Research Output

  • 16 Publikationen
Publikationen
  • 2012
    Titel Der Architekt Jakob Gartner u. d. Hochblüte des Synagogenbaus.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2012
    Titel Zur Geschichte der Persönlichkeiten, die sich um den Bau des Ottakringer Tempels verdient gemacht haben.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2012
    Titel Zur Geschichte des türkischen Tempels in Wien.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2011
    Titel Wiedenski modernism w Skoczowie.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal Modernizm na peryferiach, Warszawa
  • 2011
    Titel Neumann Tropp oder die Leichtigkeit des Seins.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2011
    Titel Jüdinnen als Pionierinnen der Frauenemanzipation, Ella Briggs.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2009
    Titel Von der Synagoge Dollinergasse zur Riviera an der Donau (Julius Wohlmuth).
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2009
    Titel Wilhelm Stiassny (1842-1910).
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2013
    Titel Der Rudolfshof: Der Beitrag Hansens zur Erleichterung der Wiener Wohnverhältnisse im 19. Jahrhundert - The Rudolfshof: Hansen's contribution to the improvement of the Vienna housing situation in the 19th century.
    Typ Book Chapter
    Autor Adolph Stiller (Ed.): Theophil Hansen. Klassische Eleganz Im Alltag - Classical Elegance In Everyday Life
  • 2013
    Titel Max Fleischer u. die Verwissenschaftlichung des Synagogenbaus.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2013
    Titel Das Rothschildspital- vom Vorzeigeprojekt zum Wartesaal der Hoffnung.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2010
    Titel Ernst Lindner der vergessene Synagogenarchitekt.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2010
    Titel Friedrich Schön und die Synagoge von Mistelbach.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2010
    Titel Spuren des jüdischen Wien. Die Schule des israelit. Mädchenunterstützungsvereines in der Rossau.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal DAVID - Jüdischer Kulturverein
  • 2010
    Titel Dwie modernistyczne wille w Skoczowie (Zwei moderne Villen in Skoczow) i architekci -Josef Hoffman i Jacques Groag.
    Typ Journal Article
    Autor Prokop U
    Journal Archivolta
  • 2010
    Titel Das ästhetische und institutionelle Umfeld des späthistoristischen Kirchenbaus. The aesthetic and institutional context of church architecture in late historism.
    Typ Book Chapter
    Autor Heidemarie Seblatnik (Hg.): Hetzendorf Und Der Ikonoklasmus In Der Zweiten Hälfte Des 20. Jahrhunderts

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