Zero Emissions Award
Mehr Grundlagenforschung für eine nachhaltige Zukunft: Unter dem Titel „Zero Emissions Award“ stehen dank einer privaten Zuwendung an die alpha+ Stiftung heuer 765.000 Euro bereit, um neues Wissen für die Energiewende zu gewinnen. © FWF

Mit den Zero Emissions Awards fördert die alpha+ Stiftung jährlich herausragende Projekte der Grundlagenforschung, die neue Perspektiven für eine klimaneutrale Zukunft eröffnen. Ausgezeichnet werden Forschungsvorhaben, die wissenschaftliche Exzellenz mit technologischer Innovationskraft verbinden und deren Erkenntnisse langfristig einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz leisten können. Nun stehen die geförderten Projekte der dritten Vergaberunde fest: Chemikerin Lavinia Saltarelli, die ab Juli 2026 am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) forschen wird, erhält eine Förderung in der Höhe von rund 385.000 Euro für die Erforschung nachhaltiger Batterietechnologien. Der Energieforscher Emmanuel Oluwasogo von der Fachhochschule Kärnten erhält rund 381.200 Euro für die Entwicklung effizienterer Technologien zur Integration erneuerbarer Energien ins Stromnetz. Die beiden Förderungen basieren auf einer Spende des US-Unternehmers Patrick S. Dumont an die alpha+ Stiftung des Wissenschaftsfonds FWF. Darüber hinaus werden aus dieser Ausschreibung zwei weitere Forschungsprojekte vom FWF finanziert: Palanivel Molaiyan von der Universität Wien mit dem Projekt „Neuartige halogenide Feststoffelektrolyte für Festkörperbatterien“ und Stephan Pollitt von der Technischen Universität Wien mit dem Projekt „Spektroskopische Analyse der Glycerindeoxygenierung“.

„Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie Forschung dazu beitragen kann, die großen Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen. Ob nachhaltige Batterien oder intelligente Energietechnologien – beide Vorhaben eröffnen neue Perspektiven für eine klimafreundliche Energieversorgung. Mit den Zero Emissions Awards unterstützen wir Forscher:innen aus ganz Österreich, die mit ihren Ideen den Grundstein für die Innovationen von morgen legen“, so Sabine Seidler, Vorstandsvorsitzende der alpha+ Stiftung. 

„Der Zero Emissions Award hat sich mittlerweile als attraktive Fördermöglichkeit für klimarelevante Grundlagenforschung etabliert. Dass die Auszeichnung bereits in die dritte Runde geht und das Interesse von Forschenden kontinuierlich wächst, zeigt den Bedarf an gezielter Unterstützung für innovative Ideen im Bereich der Energiewende. Unser Dank gilt Patrick Dumont, dessen philanthropisches Engagement diese Förderung erneut ermöglicht und damit wichtige Impulse für Wissenschaft und Gesellschaft setzt“, so Ursula Jakubek, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der alpha+ Stiftung und kaufmännische Vizepräsidentin des FWF.

„Österreich überrascht mich immer wieder mit der Qualität und Tiefe seiner Wissenschaftsgemeinschaft – und nirgendwo wird dies deutlicher als in der sich rasch entwickelnden Welt der erneuerbaren Energien und der Batterietechnologie. Dass der Zero Emissions Award bereits zum dritten Mal verliehen wird, fühlt sich wie ein Meilenstein an und ist ein Beweis dafür, dass die Dynamik zunimmt. Die heuer ausgezeichneten Projekte sind keine kleinen Schritte – sie sind große Sprünge nach vorne. Ich bin dem Österreichischen Wissenschaftsfonds zutiefst dankbar dafür, dass er diese Talente fördert, und ich gratuliere allen Ausgezeichneten ganz herzlich“, sagt Patrick S. Dumont.

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Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
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Mag. Nele Renzenbrink
Ecker & Partner Öffentlichkeitsarbeit und Public Affairs GmbH
+43 1 59932-26
n.renzenbrink(at)eup.at

Nachhaltige Batterien für die Energieversorgung von morgen

Porträt Lavinia Saltarelli
Lavinia Saltarelli erforscht ab Juli 2026 am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) die chemischen Reaktionsmechanismen in Lithium-Schwefel-Batterien und schafft damit die Grundlage für effizientere Energiespeicher. Für ihr Projekt erhält die Chemikerin einen Zero Emissions Award in Höhe von 384.705 Euro. © Heli Sorjonen

Um erneuerbare Energien wie Sonnen- und Windkraft besser nutzen zu können, werden leistungsfähige und nachhaltige Energiespeicher benötigt. Die heutigen Lithium-Ionen-Batterien sind jedoch auf Materialien angewiesen, die selten und teuer sind und oft unter problematischen Bedingungen gewonnen werden. Lithium-Schwefel-Batterien bieten eine vielversprechende Alternative: Sie speichern mehr Energie und nutzen Schwefel, einen Stoff, der kostengünstig und weitverbreitet ist.

Obwohl die Technologie grundsätzlich bekannt ist, sind die chemischen Prozesse im Inneren von Lithium-Schwefel-Batterien noch nicht vollständig verstanden. Insbesondere ist bislang unklar, welche Zwischenverbindungen während des Lade- und Entladevorgangs entstehen, wie sie sich verändern und welchen Einfluss sie auf die Leistungsfähigkeit der Batterie haben. Die Forschungsarbeit von Lavinia Saltarelli setzt genau an dieser Wissenslücke an.

Mithilfe modernster Mikroskopie- und Datenanalysemethoden werden die chemischen Reaktionen in Lithium-Schwefel-Batterien erstmals in Echtzeit untersucht. Ziel ist es, präzise nachzuvollziehen, wann bestimmte Verbindungen entstehen und wie sie sich während des Betriebs verändern. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, effizientere Batterien zu entwickeln, die mit weniger inaktiven Materialien auskommen. Langfristig könnten Lithium-Schwefel-Batterien dadurch langlebiger und besser geeignet für den praktischen Einsatz werden.

„Die Ergebnisse dieses Projekts sollen zu kostengünstigeren, sichereren und langlebigeren Lithium-Schwefel-Batterien führen, die die heutige Lithium-Ionen-Technologie übertreffen und durch umweltfreundlichere Energiespeichersysteme den Weg zum Ziel der Emissionsfreiheit beschleunigen könnten“, erklärt Lavinia Saltarelli, die derzeit an der Aalto Universität in Finnland forscht und am 1. Juli ihre Forschungsarbeit am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) aufnehmen wird.

Intelligentere Stromnetze für eine klimaneutrale Zukunft

Porträt Emmanuel Oluwasogo
Emmanuel Oluwasogo entwickelt an der Fachhochschule Kärnten neue Lösungen, um erneuerbare Energien zuverlässiger und kostengünstiger ins Stromnetz einzubinden. Für seine Forschung erhält der Elektrotechniker und Energieforscher einen Zero Emissions Award in Höhe von 381.155 Euro. © PSB-MEDIA

Mit der zunehmenden Verbreitung von Solaranlagen, Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugen rücken technische Herausforderungen wie wetterbedingte Schwankungen im Stromnetz oder unterschiedliche Ladestandards mit stark variierenden Spannungsniveaus in den Fokus. Herkömmliche Umrichtertechnologien stoßen dabei hinsichtlich Effizienz und Flexibilität zunehmend an ihre Grenzen.

Die Forschungsarbeit von Emmanuel Oluwasogo widmet sich dieser Herausforderung mit dem Konzept des „Topological Morphing“ (topologischen Wandels). Dieser neuartige Ansatz ermöglicht es, die interne Schaltungsstruktur eines Umrichters dynamisch an unterschiedliche Spannungsanforderungen anzupassen. Dadurch kann ein einzelnes Gerät Aufgaben übernehmen, für die bislang mehrere spezialisierte und in Serie geschaltete Umrichter erforderlich waren. Solche mehrstufigen Systeme könnten künftig vollständig ersetzt werden. Im Rahmen seines Projekts wird Oluwasogo neue Umrichterkonzepte entwickeln, untersuchen und validieren, wobei ein besonderer Fokus auf hoher Energieeffizienz und kompakter Bauweise liegt.

Die Forschungsergebnisse könnten die Leistungsfähigkeit und Sicherheit von erneuerbaren Energiesystemen sowie Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge deutlich verbessern – und damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Elektrifizierung leisten.

„Mein Ziel ist es, neuartige Umrichterarchitekturen zu entwickeln, die erneuerbare Energiequellen nahtlos integrieren und gleichzeitig über ein breites Spektrum von Betriebsbedingungen hinweg eine hohe Leistungsfähigkeit gewährleisten. Das erwartete Ergebnis ist eine neue Klasse robuster und anpassungsfähiger Lösungen, die einen Beitrag zu den weltweiten Dekarbonisierungsbemühungen leisten können“, erklärt Emmanuel Oluwasogo von der Fachhochschule Kärnten.

Nächste Ausschreibungsrunde: Einreichungen für den Zero Emissions Award 2027

Forschende von Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten können laufend klimarelevante Projekte einreichen, die sich mit einem der folgenden drei Bereiche auseinandersetzen:

  • Grundlagenforschung aus allen wissenschaftlichen Disziplinen, um Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien und Energiewende anzustoßen, oder
  • Grundlagenforschung für Technologien, die zum Gelingen der Energiewende beitragen, oder
  • Grundlagenforschung im Bereich der Verhaltensforschung zum Einsatz erneuerbarer Energien.

Über die alpha+ Gemeinnützige Stiftung des Wissenschaftsfonds FWF

Als erster öffentlich finanzierter Forschungsförderer in Europa gründete der FWF mit der alpha+ Stiftung eine gemeinnützige Stiftung, um mit Philanthropie Österreichs Forschenden mehr Möglichkeiten in der Grundlagenforschung zu eröffnen. Ziel ist es, neue Forschungspreise entlang der UN Sustainable Development Goals zu etablieren und die wissenschaftlichen Karrieren hochtalentierter Nachwuchsforscher:innen zu fördern. Derzeit werden über den FWF Forschungsprojekte im Ausmaß von 2,5 Millionen Euro pro Jahr durch private Zuwendungen finanziert.

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