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Fitness-bezogene Effekte von Sex-Umkehr in Springfröschen

Fitness-related effects of sex reversal in the agile frog

Edina Nemesházi (ORCID: 0000-0002-0179-1153)
  • Grant-DOI 10.55776/ESP239
  • Bewilligungs­summe ESPRIT
  • Status Beendet
  • Projekt­beginn 01.01.2023
  • Projektende 31.01.2026
  • Bewilligungs­summe 294.016 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (70%); Geowissenschaften (30%)

Keywords

  • Sex Reversal,
  • Agile Frog,
  • Fitness,
  • Phenotype,
  • Climate Change,
  • Sexual Dimorphism
Abstract Zusammenfassung

Bei Säugetieren und Vögeln (warmblütigen Tieren) gibt die Zusammensetzung der Geschlechtschromosomen die Richtung der sexuellen Entwicklung vor. So entwickeln sich bei Säugetieren Individuen mit zwei Kopien des X-Chromosoms zu Weibchen, während Individuen mit einer Kopie des X- und einer Kopie des Y-Chromosoms zu Männchen werden. Während das Vorhandensein von Geschlechtschromosomen bei vielen Amphibien-, Reptilien- und Fischarten nachgewiesen wurde, haben Experimente in den letzten Jahrzehnten zu der Erkenntnis geführt, dass die sexuelle Entwicklung bei diesen Kaltblütern sowohl durch interne als auch externe Faktoren beeinflusst werden kann. Die Ergebnisse dieser Experimente deuten darauf hin, dass die Umweltbedingungen die Auswirkungen der Geschlechtschromosomen aufheben können, wenn Embryonen oder Larven ungewöhnlich hohen oder niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind. In einem solchen Fall kann ein Individuum, das zwei Kopien des X-Chromosoms trägt, männlich statt weiblich werden. Dieses Phänomen wird als umweltbedingte Geschlechtsumkehr bezeichnet. In jüngster Zeit wurden bei einigen kaltblütigen Arten in der Natur geschlechtsumgekehrte Individuen gefunden, was darauf hindeutet, dass eine Geschlechtsumkehr nicht nur unter künstlichen Bedingungen herbeigeführt werden kann, sondern auch in Wildpopulationen vorkommt. Da extreme Temperaturbedingungen aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftreten, ist zu erwarten, dass die Geschlechtsumkehr auch in der Natur immer häufiger vorkommt. Wir wissen jedoch beunruhigend wenig über die Auswirkungen der Geschlechtsumwandlung sowohl auf individueller als auch auf Populationsebene. Sind geschlechtsumgekehrte Individuen genauso lebensfähig wie andere? Können sich geschlechtsumgekehrte Individuen ähnlich wie andere fortpflanzen und Nachkommen zeugen? Dies sind Fragen, die auf der Ebene des Individuums wichtig sind. Die Antworten sind jedoch auch für den Fortbestand der Population wichtig, da die Perspektiven künftiger Generationen von ihnen abhängen. Wenn die Geschlechtsumwandlung häufig vorkommt, kann es zu einem Defizit bei einem Geschlecht kommen. Theoretisch könnten alle XX- Individuen zu Männchen werden, und wenn dies geschieht, wird es keine Weibchen mehr geben und die Population wird aussterben. Dieses Projekt konzentriert sich auf den Springfrosch, eine Amphibienart, von der bekannt ist, dass in freier Wildbahn geschlechtsumgekehrte XX-Männchen vorkommen. Unser Ziel ist es, eine Vielzahl von Informationen über die Überlebensaussichten und den Paarungserfolg geschlechtsumgekehrter Tiere zu sammeln, indem wir sowohl Wildpopulationen untersuchen als auch die Entwicklung von Individuen in Gefangenschaft beobachten. Wir erwarten, dass unsere Ergebnisse Vorhersagen über die Zukunft der beweglichen Froschpopulationen unter dem derzeitigen Klimawandel ermöglichen und zu einem besseren Verständnis der Evolution der Geschlechtsentwicklung beitragen werden.

Bei Säugetieren und Vögeln (warmblütigen Tieren) gibt die Zusammensetzung der Geschlechtschromosomen die Richtung der geschlechtlichen Entwicklung vor. So entwickeln sich bei Säugetieren Individuen mit zwei Kopien des X-Chromosoms zu Weibchen, während Individuen mit einer Kopie des X- und einer Kopie des Y-Chromosoms zu Männchen werden. Während das Vorhandensein von Geschlechtschromosomen bei vielen Amphibien-, Reptilien- und Fischarten nachgewiesen wurde, haben Experimente in den letzten Jahrzehnten zu der Erkenntnis geführt, dass die geschlechtliche Entwicklung bei diesen Kaltblütern sowohl durch innere als auch äußere Faktoren beeinflusst werden kann. Die Ergebnisse dieser Experimente deuten darauf hin, dass Umweltbedingungen die Auswirkungen der Geschlechtschromosomen aufheben können, wenn Embryonen oder Larven ungewöhnlich hohen oder niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind. In einem solchen Fall kann ein Individuum, das zwei Kopien des X-Chromosoms trägt, männlich statt weiblich werden. Dieses Phänomen wird als umweltbedingte Geschlechtsumkehr bezeichnet. In jüngster Zeit wurden bei einigen kaltblütigen Arten in der Natur Individuen mit Geschlechtsumkehr gefunden, was darauf hindeutet, dass dieser Prozess nicht nur unter künstlichen Bedingungen herbeigeführt werden kann, sondern auch in Wildtierpopulationen vorkommt. Da extreme Temperaturbedingungen aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftreten, ist zu erwarten, dass die Geschlechtsumkehr auch in der Natur immer häufiger vorkommt. Wir wissen jedoch beunruhigend wenig über die Auswirkungen der Geschlechtsumkehr sowohl auf individueller als auch auf Populationsebene. Sind Individuen mit Geschlechtsumkehr genauso lebensfähig wie andere? Können sich Individuen mit Geschlechtsumkehr ähnlich wie andere fortpflanzen und Nachkommen zeugen? Dies sind Fragen, die auf der Ebene des Individuums wichtig sind. Die Antworten sind jedoch auch für den Fortbestand der Population wichtig, da die Perspektiven künftiger Generationen von ihnen abhängen. Wenn die Geschlechtsumkehr häufig vorkommt, kann es zu einer Verringerung der Individuen eines Geschlechts kommen. Theoretisch könnten alle XX-Individuen zu Männchen werden, und falls dies geschieht, wird es keine Weibchen mehr geben und die Population wird aussterben. Im Mittelpunkt dieses Projekts stand der Springfrosch, eine Amphibienart, von der bekannt ist, dass es in freier Wildbahn XX-Männchen mit Geschlechtsumkehr gibt. Anhand natürlicher Pigmentmuster konnten wir sowohl in menschlicher Obhut als auch freilebende Individuen beobachten und eine Vielzahl von Daten zu den Überlebenschancen und dem Paarungserfolg bei Tieren mit Geschlechtsumkehr sammeln. Wir stellten nur geringfügige Unterschiede in der Hautfärbung zwischen XX und XY Männchen fest, und sie waren in den meisten Parametern nicht zu unterscheiden. Allerdings fanden wir Unterschiede im Testosteronspiegel zwischen den beiden Typen an Männchen. Darüber hinaus deuten mehrere Indizien darauf hin, dass XX Männchen im Allgemeinen weniger erfolgreiche Fortpflanzungspartner sind. Unsere Ergebnisse ermöglichen genauere Vorhersagen über die Zukunft von Springfrosch Populationen unter den aktuellen Bedingungen des Klimawandels und tragen zu einem besseren Verständnis der Evolution der Geschlechtsentwicklung bei.

Forschungsstätte(n)
  • Veterinärmedizinische Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Virginie Canoine, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Bibiana Rojas Zuluaga, Veterinärmedizinische Universität Wien , Mentor:in
  • Steve Smith, Veterinärmedizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Veronika Bókony, Centre for Agricultural Sciences - Ungarn

Research Output

  • 25 Zitationen
  • 12 Publikationen
  • 5 Datasets & Models
  • 4 Disseminationen
  • 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2026
    Titel Sex-reversed males are morphologically similar but have lower testosterone levels compared to sex-concordant males in the agile frog
    DOI 10.32942/x2mm4x
    Typ Preprint
    Autor Lehofer N
  • 2026
    Titel Sexual dichromatism in agile frogs: sex-reversed males closely resemble typical male coloration
    DOI 10.32942/x2d10p
    Typ Preprint
    Autor Nemesházi E
  • 2025
    Titel Put the frog in water: simple methods for improving individual identification as demonstrated with the agile frog
    DOI 10.1101/2025.02.25.640084
    Typ Preprint
    Autor Nemesházi E
    Seiten 2025.02.25.640084
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Complex effects of sex reversal on reproductive success in wild frogs
    DOI 10.32942/x29s70
    Typ Preprint
    Autor Bókony V
  • 2026
    Titel Placing anurans in water can improve photo-based individual identification.
    DOI 10.1371/journal.pone.0341460
    Typ Journal Article
    Autor Nemesházi E
    Journal PloS one
  • 2026
    Titel Photo-based individual identification is more reliable than visible implant elastomer tags or toe-tipping in young agile frogs
    DOI 10.1371/journal.pone.0342340
    Typ Journal Article
    Autor Nemesházi E
    Journal PLOS One
  • 2024
    Titel Interplay of genotypic and thermal sex determination shapes climatic distribution in herpetofauna
    DOI 10.1101/2024.04.21.589911
    Typ Preprint
    Autor Nemesházi E
    Seiten 2024.04.21.589911
    Link Publikation
  • 2023
    Titel HerpSexDet: the herpetological database of sex determination and sex reversal
    DOI 10.1038/s41597-023-02268-y
    Typ Journal Article
    Autor Nemesházi E
    Journal Scientific Data
    Seiten 377
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Photo-based individual identification is more reliable than visible implant elastomer tags or toe-tipping in young agile frogs
    DOI 10.1101/2025.06.19.660530
    Typ Preprint
    Autor Nemesházi E
    Seiten 2025.06.19.660530
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Low genetic differentiation and symmetric migration between urban and forest populations of great tits
    DOI 10.1007/s42977-025-00259-1
    Typ Journal Article
    Autor Mihalik B
    Journal Biologia Futura
    Seiten 371-381
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Weak effects of chlorpyrifos at environmentally relevant concentrations on fitness-related traits in agile frogs
    DOI 10.1016/j.aquatox.2025.107400
    Typ Journal Article
    Autor Mikó Z
    Journal Aquatic Toxicology
    Seiten 107400
  • 2025
    Titel Interplay of Genotypic and Thermal Effects on Sex Determination Shapes Climatic Distribution in Herpetofauna
    DOI 10.1111/geb.70096
    Typ Journal Article
    Autor Nemesházi E
    Journal Global Ecology and Biogeography
    Link Publikation
Datasets & Models
  • 2025 Link
    Titel Dataset for: Interplay of genotypic and thermal effects on sex determination shapes climatic distribution in herpetofauna
    DOI 10.6084/m9.figshare.25624983.v1
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2025 Link
    Titel Data for: Placing anurans in water can improve photo-based individual identification
    DOI 10.6084/m9.figshare.24745293
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2025 Link
    Titel Dataset for: Photo-based individual identification is more reliable than visible implant elastomer tags or toe tipping in young agile frogs
    DOI 10.6084/m9.figshare.29320697.v1
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2023 Link
    Titel HerpSexDet database v1.1.
    DOI 10.6084/m9.figshare.22991651
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2026 Link
    Titel Dataset and supplementary material for: Sexual dichromatism in agile frogs: sex-reversed males closely resemble typical male coloration
    DOI 10.6084/m9.figshare.31647649
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Disseminationen
  • 2025 Link
    Titel Die Presse interview
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2025 Link
    Titel Toil by Lydia Cornett
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
    Link Link
  • 2025
    Titel Seminar talk at ISTA
    Typ A talk or presentation
  • 2025
    Titel ÖGH monthly lectures
    Typ A talk or presentation
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2025
    Titel Herpetozoa
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International
Weitere Förderungen
  • 2024
    Titel Third-party bonus (Profilinien)
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2024
    Geldgeber University of Veterinary Medicine Vienna

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