FWF entwickelt „1000 Ideen“ nach Evaluierungsempfehlungen weiter
Eine aktuelle Evaluierung bescheinigt dem 1000-Ideen-Programm hohe Wirkungskraft und ein klares Alleinstellungsmerkmal innerhalb der österreichischen Forschungsförderung. Besonders hervorgehoben wird die Fähigkeit des Formats, mutige und unkonventionelle Forschungsansätze frühzeitig zu ermöglichen.
Die Empfehlungen der Evaluierung sind für den FWF ein wichtiger Impuls, um Transparenz, Fairness und Lernprozesse weiter zu stärken. Voraussetzung für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist ein entsprechender budgetärer Spielraum für die Jahre 2027 bis 2029.
Eigenständiges Format für mutige Ideen
Die Evaluierung bekräftigt die Fortführung des 1000-Ideen-Programms als eigenständiges Hochrisiko/Hochgewinn-Programm mit kleinen Budgets, kurzen Laufzeiten, anonymisierter Begutachtung und der Möglichkeit partieller Randomisierung. Diese Ausgestaltung sichert Schnelligkeit, Experimentierfreude und geringe Einstiegshürden für Antragsteller:innen und fördert neuartige Ansätze, die in konventionellen Programmen häufig zu früh aussortiert würden. Gleichzeitig sollen erfolgreiche Projekte künftig leichter in Anschlussprogramme überführt werden können.
Mehr Transparenz bei Auswahlverfahren
Künftig will der FWF verständlicher kommunizieren, wie Anonymisierung und partielle Randomisierung in Auswahlverfahren eingesetzt werden. Randomisierte Entscheidungen sollen weiterhin flexibel und abhängig von der Konkurrenzsituation zur Anwendung kommen. Zudem wird geprüft, wie ein größerer Pool an internationalen Gutachter:innen systematisch in die Entscheidungsfindung einbezogen werden kann, um das FWF-Kuratorium zu entlasten und fachliche Bandbreiten besser abzudecken.
Flexiblere Ausschreibungen und neues Monitoring
Den Vorschlag, zwei statt einer Ausschreibung pro Jahr zu öffnen, wird der FWF in seine Überlegungen einbeziehen. Ziel ist es, Einreichfristen zu entschärfen und damit Qualität und Planbarkeit zu verbessern. Ergänzend zu klassischen Output-Indikatoren soll das Monitoring stärker auf die Besonderheiten von Hochrisikoforschung ausgerichtet werden. Künftig sollen unter anderem negative, keine oder unerwartete Befunde, Kurskorrekturen und Pfade der Anschlussfähigkeit sichtbar gemacht werden, um Lerngewinne durch produktives Scheitern zu ermöglichen und zu dokumentieren.
Impulse für die Forschungsförderung
Der FWF prüft außerdem, ob einzelne Elemente des Programms – etwa Anonymisierung oder Randomisierung bei gleichwertigen Anträgen – auch in anderen FWF-Förderprogrammen sinnvoll eingesetzt werden können.
Durch die Stärkung von Transparenz, Anonymisierung, lernorientiertem Monitoring und pragmatischer Flexibilität wird das 1000-Ideen-Programm künftig seine Rolle als Katalysator für mutige, transformative Forschung noch besser erfüllen. Ziel bleibt es, wissenschaftliche Risikobereitschaft zu ermöglichen, produktives Scheitern sichtbar zu machen und innovative Ideen frühzeitig auf den Weg zu bringen.